Weichen gestellt, Entlastung noch fern

von Redaktion

Gemeinderat Schechen „Planungsabsicht“ für Ortsumfahrung Deutelhausen

Schechen – Eine Umfahrungsstraße des Schechener Ortsteils Deutelhausen ist noch Zukunftsmusik – mit einem Beschluss des Gemeinderates nun aber doch ein kleines bisschen konkreter geworden. In der vergangenen Sitzung sprachen sich die Gemeinderatsmitglieder mit zwei Gegenstimmen für eine Änderung des bestehenden Flächennutzungsplanes aus.

Ihren Ursprung hat die Thematik im Jahr 2016, als die Eigentümer eines Grundstückes in Deutelhausen einen Antrag auf den Bau einer Halle gestellt hatten.

Die Grundbesitzer, die Brauerei Flötzinger der Familie Steegmüller, wollten dort eine Unterstellmöglichkeit für Festbedarfsgegenstände wie Biertischgarnituren schaffen.

Der Gemeinderat hat daraufhin eine Änderung des Flächennutzungsplanes für ein Plangebiet von rund 25000 Quadratmetern beschlossen. Er umfasst unter anderem den Bereich um die alte Gastwirtschaft.

In den Jahren 2017 und 2018 hat die Firma Flötzinger dann aufgrund einer neuen betrieblichen Situation umfangreichere Planungen für die Errichtung weiterer Lager- und Logistikgebäude in Deutelhausen erstellt. Laut Bürgermeister Hans Holzmeier (CSU) habe es sogar Überlegungen gegeben, auch Teile der Brauerei auszulagern. Ein Gewerbegebiet in dieser Größe erfordere allerdings zur Erschließung eine Umgehungsstraße – das teilte die Regierung von Oberbayern dazu mit. Damit sollte vermieden werden, dass der Verkehr zum Gewerbegebiet mitten durch Deutelhausen fließt. Das staatliche Bauamt Rosenheim steht einer Ortsumfahrung grundsätzlich positiv gegenüber, ließ es vernehmen. Immerhin befindet sich ein solches Vorhaben bereits seit 2011 im Ausbauplan für Staatsstraßen in Bayern – allerdings nur im erweiterten Bedarf. Wenn also der Freistaat Bayern als Bauherr auftritt, kann man mit einer schnellen Umsetzung nicht rechnen. „Das bedeutet für eine Realisierung rund 20 Jahre plus x“, so der Bürgermeister. Anders wäre es, wenn die Gemeinde Schechen die Straße baute. In der Kommune hat man sich das in Zusammenhang mit der Realisierung eines großen Gewerbegebietes durchaus vorstellen können – auch weil es dafür hohe Zuschüsse gäbe. Dennoch ist diese „große Lösung“, die eine baldige Realisierung einer Umgehung möglich gemacht hätte, nun gescheitert. Denn nicht alle der nötigen Grundstücke befinden sich im Besitz der Brauerei. Und die Verhandlungen mit dem hauptbetroffenen Landwirt, so berichtete Holzmeier, wurden nun ohne Konsens beendet. Andreas Rausch (CSU) konnte dessen Situation verstehen. „Es wäre ein großer Schaden für seinen Betrieb“, betonte er. Immerhin würde die Umgehung einen Teil seiner Fläche komplett abschneiden. „Damit ist eine gute Chance für eine Umgehung in absehbarer Zeit verloren“, bedauerte der Bürgermeister. Aus Zeitgründen plant die Firma Flötzinger nun einen kleineren gewerblichen Bereich, für den eine Umfahrung nicht notwendig ist.

Die Erschließung des neuen Gewerbegebietes würde über die Lainerstraße erfolgen, die dazu verbreitert werden müsse.

Allerdings empfiehlt das staatliche Bauamt, schon jetzt eine Trassenführung für eine Umgehung einzuplanen.

Der neue Flächennutzungsplan, der laut Holzmeier eine nicht-bindende Planungsabsicht darstellt, zeigt daher auch eine östlich verlaufende Strecke. „Das werden wir aber nur einvernehmlich mit den Bürgern verfolgen“, betonte er. Als einen „narrischen Einschnitt“ bezeichnete Hans Neumayer (Parteifreie Bürger) die Trasse.

Georg Baumann (CSU) meinte aber, auch die Deutelhausener Anwohner hätten sich eine Entlastung verdient, wenn der Verkehr zunehme. Holzmeier wies unter anderem auf die erwartete Verkehrszunahme bei Fertigstellung der Westtangente hin.

Mit zwei Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat schließlich die Änderung des Flächennutzungsplanes mit einem kleinen Gewerbegebiet und einer möglichen Umfahrungsstraße.

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