Großkarolinenfeld – Personalsuche, Pflegenotstand und Neuwahl der Vorstandschaft waren die zentralen Themen bei der Jahresversammlung der „Ökumenischen Nachbarschaftshilfe Großkarolinenfeld“.
Rückblickend berichtete Christine Boos, Pflegedienstleiterin für Tagesbetreuung und Hauswirtschaft, von einem „bunten Jahr“, das zu Ende gegangen sei. Mit der Nachbarschaftshilfe Kolbermoor sei eine Helferkreisschulung vorgenommen worden. So konnten auch sieben neue Betreuungshelfer für den Kontaktstadel gewonnen werden. Die Hauswirtschaftskräfte, die auch Patienten zu Hause betreuen, nahmen an einer Weiterbildung teil.
Die Festwochen zu 40 Jahren Nachbarschaftshilfe und zehn Jahren Kontaktstadel waren gelungen. Dabei wurde auch ein Vortrag zum Thema Demenz abgehalten und der ergreifende Film „Vergissmeinnicht“ gezeigt. Christine Boos bedankte sich bei allen Unterstützern und den 40 Mitarbeitern, die sich trotz der vielen Arbeit mit viel Engagement und Begeisterung einbringen. „Was bringt die Zukunft“. Unter diesem Thema berichtete die Pflegedienstleiterin für ambulante Krankenpflege, Marianne Dußmann, vom aktuellen Pflegenotstand. Um allen Bedürfnissen von Klienten und Mitarbeitern gerecht zu werden, sei es notwendig, Pflegepersonal zu finden. „Wir konnten leider im vergangenen Jahr drei ausgeschiedene Festangestellte nicht komplett ersetzen.“ Durch Mundpropaganda gelang es im vergangenen Jahr, vier Minijobber auf 450-Euro-Basis anzustellen. Doch dies reiche nicht aus. Alles jammern helfe nichts, stellte Marianne Dußmann fest. Ausbilden, ausbilden, ausbilden sei die Devise. Es konnte nur eine Kollegin von der Hauswirtschaft zur Pflegehelferin ausgebildet werden. Sie unterstütze seit Dezember den Pflegedienst.
Marianne Dußmann informierte noch über den neu geschaffenen Ausgleichsfond, der für die Pflegeausbildung den Lohn des Auszubildenden übernehme. „Also schicken Sie uns Ihre Enkel“, so die Pflegedienstleiterin.
Kassenverwalter Peter Daum legte einen detaillierten Finanzbericht der Nachbarschaftshilfe mit ihren 302 Mitgliedern vor. Die Einrichtung betreut zurzeit 128 Kunden und hat einen Gesamtumsatz von mehr als 772000 Euro. Um dies alles zu meistern, sei man auch auf Spenden angewiesen. Die Spendenbereitschaft in der Gemeinde sei im vergangenen Jahr dankenswerter Weise sehr gut gewesen, so der Kassenverwalter. Dem von Daum vorgelegten Haushaltsplan 2019 wurde zugestimmt.
Beitrag wird auf
35 Euro erhöht
Hermine Hammer beantragte wegen der hohen Kosten eine Beitragserhöhung. So beschloss die Versammlung eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrages auf jährlich 35 Euro.
Die Wahl der Vorstandschaft, die für drei Jahre gewählt wurde, brachte folgendes Ergebnis: Vorsitzende Lilo Wallner, Zweite Vorsitzende Hermine Hammer und Kassenverwalter Peter Daum. Abschließend bedankte sich Lilo Wallner „von ganzem Herzen“ für den ehrenamtlichen großartigen Einsatz zum Wohle der kranken Mitbürger in der Gemeinde.