Neubeuern – Der 27-jährige Geschäftsstellenleiter Christoph Schneider ist der erste Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahlen 2020 im Markt Neubeuern. Schneider, der seit Januar 2017 als Amtsleiter die Geschäfte im Beurer Rathaus führt, erläuterte gestern im OVB-Medienhaus seine Ambitionen im Hinblick auf die Wahlen im nächsten Jahr.
„Der Gedanke als Bürgermeister zu kandidieren ist in den letzten Wochen in mir gereift“, erklärt Schneider. „Die Gemeinde benötigt in Anbetracht der vielen Herausforderungen in den kommenden Jahren eine ruhige und rein sachorientierte Politik- und Gesprächskultur, dafür möchte ich als parteiloser Bürgermeister einstehen.“
Sein junges Alter und seine Herkunft – Schneider wurde in Augsburg geboren, lebte die meiste Zeit jedoch in Steinau an der Straße in Hessen – sieht er nicht als nachteilig an, ganz im Gegenteil: „Neubeuern braucht einen neutralen und unbelasteten Moderator. Durch das Wissen aus meinem Verwaltungsstudium und meiner Tätigkeit am Landratsamt Rosenheim, wo ich mich doch fast drei Jahre im Sachgebiet Gemeindeangelegenheiten als staatlicher Rechnungsprüfer sehr gut mit Funktionsträgern und Rathäusern im Landkreis vernetzen konnte, habe ich gute Voraussetzungen für das Amt“, sagt Schneider selbstbewusst.
Als Bürgermeister würde Schneider seine Stadtratserfahrung zugute kommen, die er in seinem Heimatort Steinau an der Straße gesammelt hat. So kennt er nicht nur die Perspektive als Vertreter der Verwaltung, sondern auch als Rat. „Zwischen 2011 und 2014 war ich parteiloses Mitglied auf einer offenen CDU-Liste,“ berichtet Schneider. Mit dem Kleinkrieg soll in Neubeuern Schluss sein, findet der Sohn Einwanderer aus Siebenbürgen. „Das Potenzial in der Gemeinde, Dinge zu bewegen ist enorm“, sagt Schneider. „Neubeuern und die Menschen hier sind liebenswert, da wird sich die Anstrengung sicher lohnen.“
Gesunde und generationengerechte Gemeindefinanzen, die Beseitigung des Investitionsstaus und den Ausbau der Infrastruktur, den Erhalt der dörflichen Struktur, eine moderne und effiziente Verwaltung und in erster Linie der kommunale Wohnungsbau – das sind alles Themenfelder, die sich Schneider auf die Fahne geschrieben hat und mit dem neuen Gemeinderat angehen will.
Der Pfarrerssohn erwartet nach der Wahl einen gewissen Umbruch im Gemeinderat, betont aber, dass es wichtig sein wird, die Vielzahl der Interessen zu moderieren und Kompromisse zu finden – aber auch eine Richtung vorzugeben. Schneider bietet allen Parteien und Wählergruppierungen in den nächsten Wochen eine Gesprächsrunde an, um über die Zukunft Neubeuerns zu diskutieren.
Privat engagiert sich Schneider ehrenamtlich im Fußball: Ein früher Kreuzbandriss mit 19 Jahren hat ihn sehr jung in die Funktionärsebene getrieben. Schneider war bei seinem Heimatverein etliche Jahre Pressewart und Mitglied im Vorstand, nach seinem Umzug nach Rosenheim wurde er Abteilungsleiter Fußball beim ASV Happing. Abschalten kann Schneider nach eigenen Angaben bei Bergwanderungen und vor allem beim Geige spielen.
Auf die abschließende Frage ob das Bürgermeisteramt in der Inntalgemeinde aktuell eines der schwersten im Landkreis sei, gibt Schneider eine zügige Antwort: „Der Ort ist eine Kandidatur wert. Ich bin mir sicher, dass ich als parteiloser Kandidat für Einigkeit sorgen kann, was mir auch der scheidende Amtsinhaber Hans Nowak in einem persönlichen Gespräch versichert hat.“ re/syl