Zirkus statt Mathe und Deutsch

von Redaktion

Viele Nußdorfer trauten ihren Augen nicht, als gegenüber der Grundschule auf einem freien Feld ein Zirkuszelt des Zirkus „Zappzarap“ aufgebaut wurde. Ungewöhnlich war auch, dass hier nicht professionelle Artisten, sondern Grundschüler ein und aus gingen. Nicht als Zuschauer, sondern als Akteure.

Nußdorf – Ein besonderes Schulprojekt sei der Anlass für diese Veranstaltung, erklärt Schuldirektorin Heike Stangelmayer. Der Zirkus verfolgt mit seinen Lerneinheiten einen, ganzheitlichen Ansatz, bei dem es nicht nur um artistische Höchstleistung geht.

Mit Übungen wie Balancieren oder Diabolo wird es den Kindern ermöglicht, ihren Körper neu wahrzunehmen, aber auch Grenzen zu überwinden. Beim Training für eine Zirkusnummer geht es um ganz verschiedene Aspekte, die zu berücksichtigen sind. Dazu gehören unter anderem Koordination, aber auch Teamgeist und Bühnenpräsenz. Damit wird bei den Kindern unter anderem Ausdauer, Konzentration und das Selbstbewusstsein gestärkt, so Heike Stangelmayer. Für eine Woche hießen dann auch die Unterrichtsstunden nicht Mathe oder Deutsch, sondern Jonglieren und Akrobatik. Unter fachkundiger Anleitung professioneller Zirkus-Artisten und unter Begleitung von Lehrern und vielen Eltern wurden die Programmstücke einstudiert. Bis es dann am Ende des Trainings hieß: „Hereinspaziert und Manege frei für die Nußdorfer Artisten!“ Das Zirkuszelt war bei den beiden Aufführung, die zm Ende des Projektes stattfanden, bis auf den letzten Platz ausgebucht. Dann wurde es dunkel und still in der Zirkus-Arena, als die Vorstellung begann. Und wieder trauten viele Nußdorfer ihren Augen nicht, als die Kinder das Erlernte vorstellten. Angefangen von fantastischen Jonglierdarbietungen, nervenkitzelnde Trapeznummern und spektakuläre Feuerspuckeraufführungen. Begleitet wurden sie immer von Mitarbeitern des Zirkus, ihren Lehrern oder ehrenamtlichen Helfern.

Besonders still wurde es, als sich einige Kinder auf das Trapez wagten, um in luftiger Höhe eine atemberaubende Vorstellung zu geben. „Bravo, bravo!“, rief ein älterer Herr, den es applaudierend förmlich von seinem Sitzplatz riss, „das ist ja zirkusreif!“

Riesenapplaus

für junge Artisten

Eine Mutter nahm nach einer Aufführung ihr Kind in den Arm und sagte: „Das hätte ich nicht gedacht, dass du so etwas Tolles machen kannst.“

So wundert es auch nicht, dass die jungen Artisten nach der kurzweiligen Show mit einem Riesenapplaus von ihrem Publikum wieder verabschiedet wurden. „Die Kinder haben in einer Woche viel gelernt, vor allem aber was fürs Leben. Sie erfahren so, dass sie mehr können, als sie glauben“, sagte einer der Zuschauer sichtlich beeindruckt.

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