Ein Kreisel als Dreh- und Angelpunkt

von Redaktion

Gemeinderat Bad Endorf Haushalt und Finanzplanung beschlossene Sache

Bad Endorf – Dinge, deren Erledigung man sich vorgenommen hat, schreibt man auf To-do-Listen. Das Problem dabei: Oft bleibt es beim Aufschreiben, die Listen sind nicht selten nur Absichtserklärungen ans eigene Ich, „Man-müsste-mal“-Aufstellungen. Helfen soll dagegen, wenn man die Vorhaben mit konkreten Terminen verbindet. Oder, wie bei den gemeindlichen Vorhaben, einstimmig in den Haushaltsplan mit aufnimmt, denn ab da ist ihre Erledigung keine bloße Absichtserklärung mehr, sondern bereits mit einem konkreten Ausgabenplan verknüpft.

In Bad Endorf zählen zu diese festen, im Haushaltsplan berücksichtigten Vorhaben natürlich der Neubau des Kindergartens an der Katharinenheimstraße, auch die Schullandschaft im Bereich der jetzigen Mittelschule ist eingeplant: Sollten die Endorfer sich beim Bürgerentscheid, der für Sonntag, 21. Juli, angesetzt ist, für die Schullandschaft entscheiden, könnte man als nächstes aus der Entwurfsplanung in die konkrete Planung übergehen.

Sind diese zwei Projekte Vorhaben, an deren Ende etwas zu sehen ist, sind andere Punkte nicht weniger wichtig, wenn sie auch im Verborgenen bleiben: Es geht darum, die Entwässerung der Gemeinde zu sichern, was vor allem in Hinblick auf die wahrscheinlich zunehmenden Witterungsextreme immer wichtiger wird. Das Stichwort lautet Sturzflutrisikomanagement, bei dem ermittelt wird, mit welchen Wassermengen man in Zukunft zu rechnen hat und wie man diese abführen kann. Hand in Hand geht dies mit der Erstellung eines neuen Generalentwässerungsplanes und – falls nötig – dem Ausbau der Kanäle.

Fest im Haushaltsplan steht aber auch der Aufbau des Kreisels in der Ortsmitte, er ist buchstäblich Dreh- und Angelpunkt der zukünftigen Dorfentwicklung, mit dem im ISEK erarbeiteten Ziel, aus der Bahnhofstraße mehr zu machen als nur eine reine Durchgangsschleuse. Andere Straßenprojekte, die man in Angriff nehmen möchte, sind die Sanierung der Friedhofsstraße in Endorf, die Fertigstellung der Straße in Teisenham sowie der Aufbau einer Straßenbeleuchtung in Hemhof.

Nicht unter den Tisch gefallen ist das Naturbad, auch hier sind für Planung und Bauvorhaben Gelder in den Haushalt eingestellt.

Von diesen Vorhaben, von denen hier nur eine Auswahl der wichtigsten aufgeführt ist, reichen viele, wie zum Beispiel die Schullandschaft über das Haushaltsjahr hinaus. Um die Verwaltung dennoch handlungsfähig zu machen, beschloss der Gemeinderat Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 31 Millionen bis zum Jahr 2027. Der Schuldenstand der Gemeinde, der im Jahr 2019 von 7,6 auf 6,9 Millionen gesenkt werden wird, könnte sich bis 2027 auf rund 18 Millionen erhöhen.

Zu vergleichen ist die Situation dennoch nicht mit der Schuldenlage vor der Entflechtung der GWC: Den Schulden stehen dann schließlich getätigte Investitionen in einer Größenordnung von rund 50 Millionen Euro gegenüber, bis auf das Naturbad fast durchgängig Pflichtaufgaben, um deren Erledigung man nicht wirklich herumkommt.

Zuversichtlich, dass Landratsamt zustimmt

Weil dabei – wie vorgeschrieben – auch die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Gemeinde gesichert ist, ist man bei der Verwaltung zuversichtlich, dass die Prüfung des Haushaltes durch die Rechtsaufsicht, also das Landratsamt Rosenheim, positiv ausfallen wird; mit dem entsprechenden Entscheid ist etwa in vier Wochen zu rechnen.

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