Eggstätt – 18000 Euro gesammelte Spenden plus drei Wochen gespendete Arbeitszeit. Ergebnis: Ein toller Spiel- und Erlebnisplatz für Kinder der Gugulethu-Township in Kapstadt. Das Resultat kann sich sehen lassen.
Warum gerade Südafrika?
Townships sind auch heute noch – fast 30 Jahre nach Ende der Apartheidspolitik in Südafrika – durchdrungen von Armut, Gewalt und Drogen. Idee der des Vereins Amandla EduFootball ist es, mit ihren Safe-Hubs Kindern aus sozialen Brennpunkten durch eine gute Ausbildung eine Chance zu geben aus dieser Umgebung zu entkommen.
Einsatz der eigenen Tatkraft
Georg Höfer (33), Landschaftsgärtner aus Eggstätt und Vater von vier Kindern, will mit diesem Projekt zeigen, wie man durch eigene Tatkraft Spendengeldern einen vielfachen Wert geben kann. In diesem Fall hat sich der Wert der gesammelten Spenden durch den Einsatz seines Teams mindestens verdreifacht.
Mit viel Enthusiasmus landeten Höfer und seine drei Mitarbeiter in Südafrika. „Klar ist das aufregend, man weiß ja noch nicht, was einen da so erwartet, aber die Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die wir dort erfahren haben, war echt überwältigend. Das hat uns natürlich total motiviert“, sagt Matthias Mannes (27), der als Landschaftsgärtnermeister die Projektleitung innehatte.
Alles nicht so einfach
Zu Beginn musste der gesamte Bereich gesäubert werden – „wir mussten am Anfang sehr viele Betonbrocken und alte Fundamente entfernen. Viele davon mit dem Bagger. Leider war der letzte Block kein Fundament, sondern die fachmännische Verkleidung der Hauptwasserleitung. Wir haben es also geschafft, im von der Trockenheit geplagten Kapstadt die Baustelle zu fluten. Und wann passiert sowas? Genau, Freitagnachmittag“, erzählt Höfer amüsiert. Nach einer Odyssee durch acht Baumärkte waren dann die Teile da und das Leck konnte repariert werden.
Die Umgebung war nicht ungefährlich, aber bedroht fühlten sich die vier Landschaftsgärtner weder während der Arbeit noch in der Freizeit. Gewohnt haben sie außerhalb des Townships wo sie auch gleich „a gmiatliche Stammkneipn“ gefunden haben. Innerhalb des Armenviertels ist es nachts tatsächlich zu gefährlich.
Abenteuerlich war teilweise die Materialbeschaffung: Für manche Materialien war es nötig, eine Spurensuche von Baumarkt zu Baumarkt zu veranstalten. Andere wurden geliefert – zwar meist nicht zu dem Zeitpunkt, wo man sie gebraucht hätte, aber irgendwann kamen sie dann doch. Einige wurden mit etwas Fantasie aus den vorhandenen Ressourcen hergestellt – so zum Beispiel die Schaukeln, die sind aus alten Autoreifen geschnitten. Mit Spontaneität, Fantasie und Einsatz wurde immer das Ziel erreicht.
Das nächste Projekt? Steht in den Sternen
„Zum Glück sind die vor Ort verfügbaren Materialien zum großen Teil von einer ähnlichen Qualität, wie man sie bei uns auch bekommt. Somit konnte eine hochwertige Erlebnis-Spielanlage übergeben werden. Nur die Bäume und Pflanzen müssen jetzt noch gut anwachsen, aber dafür werden die engagierten Hilfskräfte vor Ort sorgen. Nächstes Jahr an Ostern werde ich es mir anschauen, denn dann bin ich wieder dort. Mein Jugendfreund Florian Zech, mit dem ich das Projekt geplant habe, wird dann nämlich in Kapstadt heiraten“, sagt Höfer und freut sich schon auf das nächste Projekt, von dem er bisher nur weiß, dass es eines geben wird, aber was und wie steht noch in den Sternen.