Neubeuern – Seit 20 Jahren sind sie befreundet und seit einigen Jahren arbeiten sie im gemeinsamen Atelier in Nußdorf. Zusammen gestalteten Xandi Fradl und Gastkünstlerin Christine Haberlander ihre zweite Ausstellung in Neubeuern.
Zusammen und ganz individuell definieren sie in der Alten Raiffeisenbank in der Auerstraße Dinge, die sie berühren, kritisch analysieren und malerisch interpretieren.
Xandi Fradl beschäftigt sich in ihren Werken mit Kommunikation und dem gesellschaftlichen Einfluss der sozialen Medien auf das Individuum. In lebhafter Malweise beherrschen Rot- und Blautöne die Stille rund ums Phone oder Tablett, die durch kräftig kühle Farben noch verstärkt wird. In den Mittelpunkt rückt sie den Menschen, der digital dated, spielt und sich altersübergreifend sprachlos ins Gespräch vertieft.
Dabei rückt körperlich scheinbar auseinander, was nicht im Netz verbunden ist, wirkt isoliert, trotz räumlicher Präsenz. Mit gebückter Körperhaltung stilisiert sie die Lebenssituation der Personen, die sich nichts mehr zu sagen haben.
Auf den stillen, menschenleeren Raum mit geöffneten Türen oder Fenstern, der übrig geblieben ist, konzentriert sich Innenarchitektin Christine Haberlander in ihrer bildhaften Darstellung der Vereinsamung. Dünn basieren die gedämpften Farben auf der Leinwand, fließen in- und übereinander, so dass eine geheimnisvolle Atmosphäre entsteht, die mit Gedanken und Leben zu füllen ist. Licht und Schatten heben Farbtöne hervor und stufen ab.
Es bleibt etwas – die Spannung, die Ausstrahlung erzeugt und die Frage stellt „was kommt?“. Räumlich lichtdurchlässig zeigt sich auch das urban verlassene Straßenbild, in der das einzig mechanisch lebhafte die Ampelanlagen sind, die zwischen der Licht- und Schattenseite einer starren Struktur dominieren und Gebäude im Licht auflösen.
Signifikant beherrschen menschenleere Stühle das Raumdesign – als Skulptur, Sitzgelegenheiten und Bildkompositionen. Sie stehen in der Betrachtung von Christine Haberlander allein an der Wand und fügen sich bei Xandi Fradl in Acryl und Aquarell harmonisch zu einem ungeordneten Ensemble zusammen. Zugewandt oder voneinander abgekehrt blieben sie unbeachtet um den verlassenen Tisch stehen.
„Was bleibt!?“ ist bis Sonntag, 26. Mai in der alten Raiffeisenbank in Neubeuern zu sehen. Öffnungszeiten: Freitag 18 bis 20 Uhr, Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr.rep