Stephanskirchen blüht auf

von Redaktion

Bau- und Umweltausschuss Gartler planen Vereinsgarten in der Ortsmitte

Stephanskirchen – Zurück zur Natur: Ein lehrreicher Garten, blühende Flächen und ein naturnaher Bach beschäftigten jetzt den Bau- und Umweltausschuss. Alle drei gingen ohne Gegenstimme durch.

Obstwiese, Spalierbäume, Beerensträucher, Staudengarten, blühende Wiese, Spielfläche, dazu Beetflächen für gartenlose Stephanskirchner und Teststreifen für Blühflächenmischungen – der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Stephanskirchen hat sich mit Landschaftsarchitekt Eberhard Schek einiges für seinen Vereinsgarten an der Kreuter- und Lilienstraße einfallen lassen. Und stieß bei Bürgermeister Rainer Auer (parteilos) und den Ausschussmitgliedern auf Vorfreude und Begeisterung.

Denn der Garten ist nicht den etwa 380 Mitgliedern des OGV vorbehalten, alle Stephanskirchener sind gern gesehene Gäste. Einige dürfen auch mitbuddeln: An der Kreuter Straße will der OGV interessierten Mitbürgern zehn, 15, 20 oder auch 30 Quadratmeter anbieten, auf denen sie selber Obst und Gemüse anbauen können. Ein paar Meter weiter gibt es Informationen, wie auch bei wenig Platz ein Obstbaum gedeiht. Und wer viel Platz hat, fragt beim OGV nach, welche der getesteten Blühmischungen am bestens zu Boden und Klima in der Gemeinde passt.

„Super“, „einfach toll“, „freue mich“ sagten die Kommunalpolitiker. Margit Sievi (SPD) war beruhigt, dass kein steriler Spielplatz geplant ist, sondern ein Sandberg mit Hölzern, Steinen und ähnlichem. Herbert Bauer (Parteifreie) regte an, den Hauptweg für Rollatorschieber und Rollstuhlfahrer passierbar zu machen, ein Grasweg eigne sich da nicht so gut.

Bernhard Himmelstoß (CSU) hatte Bedenken wegen Vandalismus und fragte nach einem Zaun – da kommt auch einer, so Schek, aber eher gegen Hundehinterlassenschaften. Die Kosten, die trägt der Verein, wie es auf Nachfrage von Anton Forstner (CSU) hieß – „und wir hoffen auf Fördermittel und Sponsoren“, so Schek. „Ich freue mich drauf“, verkündete der Bürgermeister und erntete allgemeines Kopfnicken.

Am Rathaus wird‘s üppig und bunt

2015 hatte Schek für die Gemeinde schon einmal eine buntere Umgebung des Rathauses entworfen. Der damalige Entwurf war jetzt die Basis für die neue Bepflanzung im Osten und Westen des Rathauses. Dort werden Stauden und Gehölze gepflanzt, die zur Gebäudewand hin höher werden, die bunt blühen und fliegende Vielbeiner – sei es fleißiges Bienchen oder pummelige Hummeln – mit Nahrung versorgen. Die Kosten von gut 28000 Euro können durch Bauhofleistungen auf etwa 16000 Euro gesenkt werden.

Die Pflanzen, die selbst einen Sommer wie 2018 ohne gießen überleben, werden so dicht gepflanzt, dass der Pflegeaufwand minimiert wird, laut Schek pro Quadratmeter Fläche ein Fachmann zwischen fünf und zehn Minuten pro Jahr braucht. Die Stauden und Gehölze werden so weit als möglich bei Gärtnereien in der Region gekauft. „Passt genau in unser Konzept, bin begeistert“, kommentierte Margit Sievi.

Eine gänzlich andere Art der ökologischen Aufwertung ist an anderer Stelle in der Gemeinde geplant: Der Hammerergraben, der seinen Ursprung in der Simser Filze und sein Ende in der Sims hat, soll auf 180 Metern aus seinem Ein-Meter-Rohr herausgeholt werden. Thomas Hofmann vom Zweckverband für Gewässer III. Ordnung – und ein solches ist der Hammerergraben – bekam von der Gemeinde den Auftrag, ein offenes, naturnahes Gerinne im Schluchtlauf des Grabens zu schaffen. Das Rohr soll auch über 2020 hinaus liegen bleiben – einerseits aus Kostengründen, andererseits für besondere Hochwasserereignisse.

„Ein hochwertiges Fischgewässer für Forellen wird es nicht, aber Amphibien und Reptilien werden sich wohlfühlen“, so Hofmann. Aber erst nach 2020.

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