Rohrdorf – „Uns wird erst allmählich bewusst, wie viele Möglichkeiten uns die neuen Räume tatsächlich bieten“. Das hatte der Rohrdorfer Trachtenvorstand Rupert Wagner in einem Vorabinterview zur Eröffnung des neuen Theateranbaus gesagt.
Wie recht er damit hatte, zeigte sich am Sonntagvormittag, bei dem die neuen Räume den Rohrdorfern erstmals vorgestellt wurden. Eigentlich war für den zwanglosen Frühschoppen nur der neue Theatersaal vorgesehen gewesen, doch wegen des strahlenden Sonnenscheins nahm man im Verlauf des Vormittags ganz spontan den Hof hinter dem Haus mit dazu.
Auf mehreren
Bühnen
gleichzeitig gespielt
Der bietet sich dafür bestens an, weil er seit dem letzten großen Freilichttheaterspiel kleine Fundamente hat, auf denen große Sonnenschirme aufgestellt werden können. Es war nun aber nicht so, dass sich die ganze Veranstaltung nach draußen verlagert hätte und der eigentliche Saal verwaist gewesen wäre, man nützte vielmehr die Gelegenheit und spielte gewissermaßen auf zwei Bühnen gleichzeitig: Draußen saß die Musik auf einem alten Anhänger als improvisiertes Bühnenpodest, drinnen gab der Trachtennachwuchs Tanzvorführungen, dazu auch hier immer wieder Musik und im Hof wie im Haus herrschte über den ganzen Tag hinweg kein Mangel an Publikum. Daneben die Gelegenheit, sich die Schauräume des Heimatmuseums anzusehen, aber auch, sich durch die Sonderausstellung zur Räterepublik „Wortgefechte. Literatur zwischen Krieg und Revolution“ führen zu lassen. Gerade die Ausstellung lockte dabei durchaus Besucher an. Und nicht wenige gestanden leicht verschämt, dass sie zwar aus Rohrdorf seien, aber von ihrer Existenz noch nichts mitbekommen hätten. Andere sagten, sie hätten davon gehört gehabt, aber einfach noch nicht den Antrieb gefunden, mal herzukommen.
Ähnlich war es bei den Schauräumen des Heimatmuseums. Nach der Einschätzung von Marianne Osterhammer vom Museumsteam waren die meisten, die sich einfanden, „alte“ Rohrdorfer: „Da ist es schlicht so, dass die das Museum irgendwann mal besucht haben, und von da an das Gefühl hatten, des kenn ma scho, da gibt’s nix Neues.“ Was schade ist, wie sie meint, denn erstens gibt es sehr wohl immer wieder etwas Neues und zweitens kann man bei nur einem Besuch nie und nimmer alles aufnehmen.
Vom Keller bis zum Dach Leben im
ganzen Gebäude
Der neue Anbau also schon bei seiner ersten öffentlichen Veranstaltung nicht für sich allein gestellt, sondern eng mit dem restlichen Haus und seinen Angeboten verbunden, das gesamte Anwesen dabei buchstäblich vom Keller bis zum Dach einschließlich Hof mit Leben erfüllt. Das soll nach dem Wunsch des Trachtenvereins in Zukunft öfter so sein, denn wie auch Bürgermeister Christian Praxl im Vorfeld der Eröffnung gesagt hatte: „Diese Verbindung zwischen Tradition und Geschichte, wie sie sich in dem dreihundert Jahre alten Hauptgebäude manifestiert, mit dem jungen Leben im Theateranbau ist eine geradezu einzigartige Mischung.“ Und Trachtenvorstand Rupert Wagner war sichtlich glücklich über die große Resonanz und durchweg positive Annahme, die der neue Theateranbau bei den Rohrdorfern fand. Kann er doch davon ausgehen, dass er auf dem richtigen Weg ist, wenn er sagt: „Die neuen Räume sind zwar ‚unser‘ Theater, das aber ist mit dem gesamten restlichen Haus etwas, was ganz und gar für die Rohrdorfer da ist.“