Stephanskirchen – StrABS, StrEBS – den Buchstabensalat brachte der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung hinter sich. Denn im Gemeindegebiet gibt es nur eine Straße, die eine „Altlast“ der Erschließung ist: Die Mitterfeldstraße gibt es zwar seit den 60er-Jahren, aber endgültig hergestellt wurde sie jahrzehntelang nicht. Frostsicherer Unterbau, Entwässerungsrinne, Beleuchtung nach DIN, ausreichende Oberflächenentwässerung müssten dafür gegeben sein. War nicht alles da, so die Bauverwaltung. Damit muss die Gemeinde nach Erschließungsbeitragsrecht abrechnen.
Was für den Einzelnen teuer werden kann, denn 90 Prozent der Kosten sind von den Anliegern zu tragen. Eigentlich. Die wohlhabende Gemeinde Stephanskirchen übernimmt freiwillig einen größeren Anteil: Die Anlieger zahlen nur 60 Prozent, die Gemeinde 40 Prozent.
Die Beiträge treffen die Anlieger nicht aus heiterem Himmel, es gab laut Bürgermeister Rainer Auer (Parteifrei) bereits eine Anliegerversammlung. Auf Nachfrage erklärte Auer, er – beziehungsweise die Verwaltung – könne nicht genau sagen, was auf den einzelnen Anlieger zukomme, da die Grundstücke – die Berechnungsgrundlage – unterschiedlich groß seien.
Robert Zehetmaier (Bayernpartei) wollte wissen, ob die Gemeinde ganz auf die Erschließungsbeiträge verzichten könnte. Von der Idee war Auer ähnlich begeistert wie Uwe Brandl, der Präsident des Bayerischen und des Deutschen Städtetages, der sich vor Kurzem empörte: „Politik durch Geschenke zu machen, scheint so der neue Stil zu werden.“ Auer fügte spöttisch an: „Vor allem, wenn man die Geschenke nicht selber bezahlen muss“.
Der Ausschuss befürwortet einstimmig die Erschließungsbeiträge. Deren Zahlung wird gesplittet, denn die Beleuchtung muss erst noch entsprechend hergestellt werden.