Bad Endorf – Die Bundespolizeisportschule Bad Endorf feiert an diesem Wochenende ihr 60. Dienststellenjubiläum. Die Wurzeln des Wintersportleistungszentrums der Bundespolizei gehen in das Jahr 1957 zurück. Am 25. August erwarb der damalige Bundesgrenzschutz vom Freistaat Bayern das ehemalige Brauereigebäude für 275000 D-Mark. Am 17. August 1959 traten dann die ersten 122 Grenzjäger der ersten Hundertschaft der Grenzschutzausbildungsabteilung Süd, Deggendorf, ihre Grundausbildung im Endorfer Ortsteil „Ströbing“ an.
In der folgenden Zeit wurden bis zum Jahr 1979 für das Grenzschutzkommando Süd in München Grundausbildungen sowie Ausbildungen zum so genannten Unterführer durchgeführt. Auf dem sportlichen Sektor war im September 1958 mit dem Auftrag an den „Ströbing-Mann der ersten Stunde“, Oberleutnant Hanno Bernhard, eine alpine und nordische Leistungsgruppe für eine Teilnahme an den deutschen Polizeimeisterschaften im Skilauf aufzubauen, der Startschuss für die BGS-Skiwettkampfmannschaft gegeben.
25 Sportler als
Vorhut in Bad Endorf
Aufgrund der begrenzten Trainingsmöglichkeiten rund um den Bayerischen Wald stimmte das damalige Grenzschutzkommando Süd in München 1968 erstmals einer sechsmonatigen Abordnung von 25 Sportlern (Alpine Rennläufer, Biathleten, Nordische Kombinierer, Skilangläufer und Skispringer) für diverse Trainingsmaßnahmen nach Bad Endorf zu. In den Zeiträumen zwischen den Trainings- und Wettkampfperioden absolvierten die Athleten in Ströbing oder an ihren Heimatstandorten ihren normalen Dienst. Mit den Entscheidungen 1976 zur Errichtung eines Leistungszentrums für den Hochleistungssport im Skilauf und der Gründung der BGS-Sportschule Süd im Oktober 1978 lief diese Form der Spitzensportförderung aus.
Eigenes Modell
zur Sportförderung
Von 1968 bis zur Errichtung der BGS-Sportschule Süd erzielten die Sportler der BGS-Skiwettkampfmannschaft bereits zahlreiche nationale und internationale Erfolge. Neben den ersten WM-Medaillen sorgten die „Ströbinger“ auch als Teilnehmer bei Olympischen Winterspielen für Furore. Mit der offiziellen Umbenennung zur BGS-Sportschule Süd am 1. Oktober 1978 folgte der Startschuss zur Spitzensportförderung im Rahmen des „Bad Endorfer Modells“ – Kombination von beruflicher Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten im BGS und Skihochleistungssport. Von da an nahm die Erfolgsstory ihren Lauf.
Neben baulichen Erweiterungen (Sport- und Schwimmhalle, Sportplatz mit Biathlon-Schießstand, Krafttrainingscenter, etc.) und der Verbesserung der Infrastruktur wurde auch die Mannschaftsstärke mehrmals bis zur heutigen Größe von maximal 85 Sportlern aufgestockt. Damit einhergehend fand auch die kontinuierliche Erweiterung der geförderten olympischen Wintersportarten auf zwölf (Stand heute) statt. Ab 1981 wurden die ersten von der damaligen Grenzschutzschule Lübeck ausgelagerten Selbstverteidigungslehrgänge in Bad Endorf durchgeführt. Daraus hat sich der heutige und bundesweit anerkannte und geschätzte Fachbereich Polizeitraining (PTR) am Wintersportleistungszentrum der Bundespolizei entwickelt.
Den Auftakt bildet am heutigen Freitag ein Jubiläumsabend mit traditioneller Saisonabschlussfeier, bei der unter anderem die Weltklasseathletinnen und -athleten für ihre herausragenden Erfolge der Wintersportsaison 2018/2019 geehrt werden. Morgen lädt das Wintersportzentrum der Bundespolizei dann von 10 bis 18 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Die große Champion-Party mit Live-Musik für die Öffentlichkeit ab 19 Uhr bildet den Abschluss der zweitägigen Feierlichkeiten. Unter dem Motto „Selfie-Alarm, Olympiasiegerinnen und Olympiasieger sowie Weltmeister zum Anfassen“ können die Sportbegeisterten nicht nur bei Autogrammstunden mit allen Bundespolizei-Weltklasseathleten wie Markus Eisenbichler (Skispringen), Natalie Geisenberger (Rennrodeln), Arnd Peiffer (Biathlon), Felix Loch (Rennrodeln), Francesco Friedrich (Bob), Carina Vogt (Skispringen) und Björn Kircheisen (Nordisch Kombinierer) auf Tuchfühlung gehen.
Mit Biathlon-Weltmeister Arnd Peiffer gemeinsam Laser-Biathlon schießen, unter der Anleitung von Bob-Weltmeister Francesco Friedrich einen Bob „in die Spur bringen“, ein Skisprung-Training „live“ mit Weltmeister Björn Kircheisen und Weltmeister Markus Eisenbichler erleben, die eigene Bestzeit am Rennrodel-Start aufstellen oder selber diverse Sport-Simulatoren testen – alles kein Problem beim „Tag der offenen Tür“ der Bundespolizeisportschule Bad Endorf. Neben dem sicherlich einmaligen Weltklasse-Sportprogramm mit Short-Track-, Eisschnelllauf- und Skilanglauf-Wettbewerben der Athletinnen und Athleten rund ums „Sportschul-Stadion“ mit Zuschauertribüne wird von 10 bis 18 Uhr auch der Bogen zur großen „Bundespolizei-Familie“ gespannt.
GSG-Fallschirmspringer zeigen ihr Können
Zu den Bundespolizei-Höhepunkten gehören die Fallschirmspringer der GSG 9 der Bundespolizei. Kollegen der Beweis- und Festnahmeeinheiten zeigen, wie Straftäter aus fahrenden Autos heraus festgenommen werden können. Der größte Wasserwerfer der Bundespolizei demonstriert seine große 10000 Liter „Strahlkraft“. Dazu gibt es neben Vorführungen von Spezialeinheiten und Spezialkräften auch eine Autoschau samt „Probesitzen“ in historischen und modernen Einsatzfahrzeugen. Darüber hinaus werden authentische Einblicke in die personelle und materielle Ausstattung von Spezialkräften der Bundespolizei gegeben.
Mithilfe eines Bundespolizei-Kranwagens können „Biertragerl“ gestapelt und mit Bobby-Cars flotte Fahrten unternommen werden. Die Bundespolizei-Physios geben praktische Einblicke in ihr breites Aufgabenspektrum. Diverse Informationsstände komplettieren das attraktive Tagesprogramm. Das Kids-On-Tour-Mobil des Deutschen Skiverbandes bietet zusätzlich noch weitere Aktionspunkte.
85 Sportler werden derzeit betreut
Die Bundespolizei fördert in Bad Endorf bereits seit 1978 Spitzensportler bei der Bundespolizeisportschule im „Endorfer Modell“. Dieses verbindet die sportliche Förderung mit einer soliden Ausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst in der Bundespolizei. Derzeit werden bis zu 85 Sportler in zwölf olympischen Wintersportarten betreut: Ski Alpin, Biathlon, Ski Cross, Nordische Kombination, Skispringen, Skilanglauf, Eisschnelllauf, Short Track, Bob, Rennrodeln, Snowboard und Skeleton.
Sport und Beruf
unter einem Dach
Die Spitzensportförderung durch die Bundespolizei verfolgt das Ziel, talentierte Sportler in der Ausübung des Spitzensports zu fördern und gleichzeitig eine berufliche Perspektive zu bieten. Nach Beendigung ihrer sportlichen Laufbahn stehen den Athleten berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im Aufgabenbereich der Bundespolizei offen.