Wasser statt Erdöl: 30 Jahre Bad Endorf

von Redaktion

Erfolgsgeschichte: In drei Jahrzehnten über eine Million Gäste verzeichnet

Bad Endorf – Seit 30 Jahren ist Bad Endorf staatlich anerkanntes Heilbad und führt vor seinem Ortsnamen den Titel Bad.

Das wurde jetzt im Festzelt auf dem Gelände der Bundespolizeisportschule Ströbing gefeiert. Das Rahmenprogramm gestaltete die Gebirgsschützenkompanie Bad Endorf und der Trachtenverein Edelweiß Bad Endorf. Zum musikalischen Frühschoppen spielten die Bundesmusikkapelle Vomp aus Tirol und die Musikkapelle Bad Endorf.

„Aus dem „Irrtum“ Wasser statt Erdöl entstand der Gesundheitsstandort Bad Endorf, das sich vom kleinen ländlichen Dorf zum modernen Heilbad und Tourismusmagneten entwickelt hat,“ blickte die Bürgermeisterin Doris Laban in ihrer Festrede zurück.

Mit Riesendruck

an die Oberfläche

„Denn anstelle von Öl oder Gas entdeckte man bei den Bohrungen im Jahr 1963 „nur“ heißes Wasser, das aus einer Tiefe von 4800 Metern mit ungeheurem Druck an die Oberfläche schoss.

Doch was im ersten Moment sicher eine große Enttäuschung für die Beteiligten war, erwies sich im Laufe der letzten fast 56 Jahre als ein Hauptgewinn für unsere Marktgemeinde und auch für die gesamte Region.“

Untersuchungen ergaben, dass es sich bei diesem zufälligen Wasserfund um eine gehaltvolle Jod-Thermalsolequelle handelt. 1970 wurde der Jodbadverein zur Förderung der Jod-Thermalbadsolequelle unter der Leitung von Ehrenbürger und Ehrenvorsitzenden im Aufsichtsrat der Gesundheitswelt Chiemgau AG Herrn Toni Müller gegründet. 1971 entstand daraus die Jod-Thermalbad Endorf AG, an die dem Freistaat Bayern zwei Jahre darauf offiziell die Quelle übergab. 1976 wurde der Jod-Thermalbad Endorf AG dann die Anerkennung als Heilquelle ausgesprochen, das Kurmittelhaus eingeweiht und die Simssee Klinik eröffnet.

Vor 30 Jahren erfolgte schließlich die staatliche Anerkennung von Endorf als Heilbad Endorf. Ab diesem Zeitpunkt durfte Endorf nicht nur den Titel „Bad“ vor den Ortsnamen stellen, die Anerkennung als Heilbad war zeitgleich ein riesiger Entwicklungsschub für die gesamte Marktgemeinde und ihre Infrastruktur.

Die Kuranlagen, der Kurpark, die Kurstraße, der Kursaal und eine Kurkapelle wurden errichtet. Zudem wurde die Thermenanlage erweitert und mit modernen medizinischen Einrichtungen ausgestattet.

„Die Verleihung des Titels Heilbad hat für die Gesundheitswelt und unsere Marktgemeinde den Durchbruch auf dem Bäder- und Gesundheitsmarkt bedeutet. So konnten in den vergangenen drei Jahrzehnten über eine Million Gäste und Patienten in Bad Endorf Gesundheitsförderung finden und Erholung erfahren.“ fasste Laban zusammen.

„Bad Endorf – Das ist eine Erfolgsgeschichte, auf die alle Beteiligten mit Recht stolz sein dürfen. Eng verbunden wird mit dieser herausragenden Leistung in unserem Gedächtnis immer der Name Toni Müller sein, der mit Weitsicht und großem Engagement die Förderung der Jod-Thermalsolequelle und der gesamten gesundheitstouristischen Infrastruktur vorangetrieben hat.“ Ihm und seinen Mitstreitern habe das Heilbad sehr viel zu verdanken.

„Durch die Verflechtungen und unübersichtlichen Vertragskonstruktionen war die Zukunft von Gemeinde und GWC AG stark gefährdet. Mit der erfolgreichen Entflechtung und Neuausrichtung der Marktgemeinde und der Gesundheitswelt Chiemgau sind für Bad Endorf wichtige und richtungsweisende Grundsteine neu gelegt worden“, stellte die Bürgermeisterin fest.

Gewachsene Partnerschaft

Dr.Holger Dittmann, Ärztlicher Direktor der Simssee Klinik wies in seinem Grußwort darauf hin, dass die Simssee Klinik mit rund 500 Arbeitsplätzen, größter Arbeitgeber in Endorf ist und davon etwa 200 Endorfer einen Arbeitsplatz haben.

Die Simssee Klinik Bad Endorf ist seit über 40 Jahren ein Garant für Fachmedizin und befindet sich auch in diesem Jahr wie bereits 2018 wieder unter den TOP Rehakliniken des FOCUS Reha-Klinik-Vergleichs. Dittmann hob besonders die Gründerväter Dr.Ditolf Hämel, Walter Bippus und Toni Müller hervor. Christina Pfaffinger, Geschäftsführerin vom Chiemsee Alpenland, zeigte die Bedeutung von Gesundheitstourismus für den Landkreis Rosenheim auf.“ Das Heilbad sei Wirtschaftsmotor, wichtiger Arbeitgeber, Anbieter bedeutender Infrastruktur und Zukunftssperspektiven. Sie gratulierte mit den Worten: „Das spricht für 30 Jahre Qualität und 30 Jahre Alleinstellungsmerkmal. Mit den Neuerungen und Modernisierungen in der Therme ist es Bad Endorf gelungen am Puls der Zeit zu bleiben und sich den Neuerungen und den Anforderungen eines modernen Gesundheitsstandortes anzupassen.“ Sie richtete sich besonders an die jungen Leute im Gesundheitstourismus zu Arbeiten. „Es ist Arbeit in der Region und man könne mitgestalten.“ Thomas Leuthardt, Leiter der Bundespolizeisportschule, zeigte auf, dass die Bundespolizeisportschule ein Werbeträger für Bad Endorf sei. Klaus Stöttner überbrachte als Präsident vom Tourismusverband Oberbayern München die Glückwünsche.

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