Bad Feilnbach – Fulminanter hätten die Feierlichkeiten zur Eröffnung und Segnung des neugestalteten Dorfplatzes vor dem Bad Feilnbacher Rathaus nicht sein können. „Die Umsetzung des gigantischen Projekts Ortsmitte ist bei Bürgern und Gästen angekommen“, waren sich Bürgermeister Anton Wallner, Bauamtsleiter Helge Dethof und Bautechniker Peter Feldschmidt sicher.
Viele Gäste waren zu den Feierlichkeiten gekommen, darunter Persönlichkeiten wie die Präsidentin des Bayerischen Landtags Ilse Aigner, die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, die stellvertretende Landrätin Marianne Loferer, Bezirksrat Sebastian Friesinger, zahlreiche Bürgermeister der umliegenden Gemeinde und Städte, die beiden Altbürgermeister Hans Hofer und Vitus Gasteiger und Gemeinderäte.
Sternmarsch
der Blaskapellen
Für Begeisterung sorgte zum Auftakt ein Sternmarsch der vier gemeindlichen Blaskapellen. Ihrer Herkunft entsprechend zogen die „Auer Musi“ von Westen, die Trachtenkapelle Dettendorf von Süden, die Trachtenkapelle Litzldorf von Osten und die Musikkapelle Bad Feilnbach von Norden in Richtung Dorfplatz, wo sich ein 100-köpfiger Gemeinschaftschor bildete.
Landtagspräsidentin Aigner und Bürgermeister Wallner hatten die Ehre, das Blasmusikorchester beim „Kaiserjägermarsch“ zu dirigieren. Den Taktstock zum Gemeinschaftskonzert, verbunden mit viel Applaus, schwangen abwechselnd die jeweiligen Musikmeistern Martin Mayer, Josef Schweiger, Andreas Weinberger und Stefan Kirchberger.
In Frieden
zusammenkommen
Passend zur herrlichen Stimmung, die sich während des Marktes entlang der Kufsteiner Straße hinzog und sich auch im proppenvollen Biergarten abzeichnete, bestätigte sich der Psalmenspruch vom Lied Davids aus dem Alten Testament, „Wie schön ist es wenn Brüder in Frieden zusammenkommen“. Diesen hatten Pfarrer Ernst Kögler und seine evangelische Amtskollegin Katharina Rigo für die würdevolle Einsegnung des Dorfplatzes gewählt. Nach den Worten Rigos brauchen Menschen einen Ort als Treffpunkt für Begegnungen.
Zusammenkommen, sich austauschen und dies in Würde feiern – das ist der Landtagspräsidentin Aigner zu Folge wichtiger denn je und sei mit dem Dorfplatz in beeindruckender Weise gelungen. So etwas könne in keiner Weise durch die digitale Welt ersetzt werden.
Vor allem stolz, auch über die überwiegend positive Aufnahme des Dorfplatzes als Teil des großen Projekts „Ortsmitte Bad Feilnbach“, zeigte sich Rathauschef Wallner. Er würdigte dabei die Initiative seines Vorgängers Hans Hofer und der Gemeinderäte. Ein Dank galt auch Festleiter Robert Gsinn.
Durch das mit staatlichen Mitteln geförderte Projekt wurde dem Rathauschef zufolge eine Vision umgesetzt. Sehr gut angenommen wird seiner Ansicht nach das Gefüge mit Rathaus, Dorfplatzfläche, Maibaum, Kriegerdenkmal, Pfarrkirche, Vollsortimenter Prechtl, Bank, Postfiliale, Café Stefanie und einige andere Geschäfte an der Kufsteiner Straße.
Die Ziellinie des Projekts „Ortsmitte“ sei mit dem Fest allerdings noch nicht erreicht. Mit einem neuen Rathaus und der Neugestaltung des Tannenhof-Grundstücks stehen noch weitere Herausforderungen bevor.
Eine der tragenden Säulen beim Zustandekommen des Projekts war Architekt Peter Kühn, der den Besuchern noch einmal die Historie erläuterte. Zu den bisherigen Herausforderungen zählten vor allem die Verlagerung der Bahnhofstraße, um eine Tiefgarage errichten zu können, sowie der Erhalt des Kriegerdenkmals am angestammten Platz. Begünstigt worden sei dies alles durch die Einigkeit zwischen den einzelnen Verantwortlichen der Gemeinde sowie durch die fortlaufende gute Kommunikation.
Noch wenige Tage vor dem großen Fest hatte Kühn persönlich für den Bau des Brunnens gesorgt, den nun vor allem die Kinder ausgiebig testeten.
„Die Ortsmitte stellt mit dem Dorfplatz einen Mittelpunkt der Gemeinde dar und soll zur Förderung einen neuen ,Wir-Gefühls‘ der Bürger beitragen“, wünschten sich die Redner. Nach dem Hissen der Fahnen, dem Salut der Böllerschützen aus Kematen-Dettendorf, dem Programm unter dem Motto „Mia feiern!“ und dem Festsonntag wurde am neuen Dorfplatz ein markantes Zeichen gesetzt.