Oberaudorf – Mit dem Kindermusical „Aladdin und die Wunderlampe“ ist der Musiklehrerin Michaela Käsemann-Wilke wieder ein großer Wurf gelungen. Schon im Foyer und im Aufgang zum Oberaudorfer Kursaal hatten die kleinen Helden des Morgenlandes ihre Interpretationen des Stücks ausdrucksstark und malerisch zu Papier gebracht und für alle ausgestellt.
Vor beeindruckender Zuschauerkulisse läuteten dann feine Laute aus der Flöte die Ouvertüre ein. Kinder eines verträumten chinesischen Dorfes, in dem gerade ein kleiner Basar abgehalten wurde, weckten Aladdin, der gerade von der schönen Prinzessin Morgenstern aus dem Morgenland geträumt hatte. Zur gleichen Zeit, aber an einem anderen Ort, ist der mächtige Magier Suruku auf der Suche nach der sagenumwobenen Wunderlampe.
Um die Lampe zu bekommen, muss er einen „reinen Knaben“ finden, der ihm die Wunderlampe aus der Höhle holt. So findet er Aladdin, dessen Vertrauen er schnell gewinnt. Die beiden machen sich auf die lange Reise in ein unbekanntes Land. Aladdin findet die Wunderlampe tatsächlich, gibt sie aber nicht dem Zauberer, sondern ruft selbst den Geist Jeannie, und macht sich dessen Zauberkünste zunutze.
Mit Jeannie fliegt er auf dem Zauberteppich in das Land seiner geliebten Prinzessin Morgenstern, deren Vater, der mächtige Sultan, sie aber verheiraten will. Doch die Prinzessin möchte ihren Auserkorenen nicht zum Gemahle, sondern einen Prinzen, der auf einem Teppich fliegen kann. Mit Hilfe des Geistes Jeannie verwandelt sich Aladdin in einen Prinzen mit stattlichem Gefolge und er fliegt auf dem Teppich wieder zurück ins Morgenland zum Sultan, bei dem er um die Hand der Tochter anhält.
Doch der Prinz muss beweisen, dass er der Ehre würdig ist, er soll das große Bagdad regieren, was ihm grandios gelingt. Alle wären jetzt glücklich gewesen, wäre der böse Zauberer Suruku nicht wieder aufgetaucht. Immer noch auf der Suche nach Aladdin und der Wunderlampe, findet er diesen im Sultanspalast in Bagdad, wo er ihm die Wunderlampe entreißt. Aladdin ist durch die Magie des Lampengeistes stark geworden. Er zerbricht des Zauberers Wunderstab, sodass dieser fortan ohne Zaubermacht ist. In einem grandiosen Finale heiraten Aladdin und Prinzessin Morgenstern.
Gut 60 Minuten dauerte das Musical „Aladdin und die Wunderlampe“. An die Hundert Laienschauspieler wirkten mit und verwandelten den Oberaudorfer Kursaal in eine farbenprächtige orientalische Landschaft. Texte, Gesang und Tänze waren glänzend einstudiert, und die Darsteller überzeugten mit Können, Talent und vor allem außergewöhnlichem Engagement.
Wenn in einem solchen großen Kindermusical alles sitzt, dann spricht das für die Arbeit der Komponistin, Regisseurin, Leiterin, Dirigentin und Souffleuse – in Personalunion Musiklehrerin Michaela Käsemann-Wilke von der Musikschule Rosenheim. Das große Ensemble setzte sich zusammen aus ihren Schülern, Musikern und Tänzern aus der Region. Ergänzt wurden sie durch Jürgen Gieck am Klavier und Felix Jerger an der großen Trommel. Die Tänze wurden im Kieferer Tanzstudio Hannah Köhl einstudiert und erhielten den letzten Schliff in den vielen intensiven Proben.