Faszination Zwergbäumchen

von Redaktion

OVB-Heimatzeitungen schauen Bonsai-Arbeitskreis Inntal bei Kurs über die Schulter

Bruckmühl – Die Kunst des Bonsai fasziniert viele Gartenfreunde – doch die Zwergbäume in der Schale bedürfen besonderer Pflege. Der Bonsai-Arbeitskreis Inntal veranstaltete dazu einen Fortbildungskurs. Die OVB-Heimatzeitungen schauten den Bonsaianern dabei über die Schulter.

Das wichtigste Werkzeug an diesem Tage war die feine, scharfe Schere. Der Bonsai-Arbeitskreis Inntal hatte seine Mitglieder zu einem Fortbildungskurs in Heufeldmühle geladen, in dessen Zentrum die Arbeit an den Bäumchen, insbesondere die Bearbeitung des neuen Zuwachses aus dem Frühjahr stand.

Zwergbäume brauchen Pflege

Der Schere fiel so mancher wilder Trieb oder abgestorbenes Blatt der Miniaturbäume zum Opfer. So wurde aus einem anfangs noch eher wild dahergekommenen Zwergbäumchen ein stattlicher Bonsai, der damit aber noch keinesfalls fertig war. Denn die Bäumchen in der Schale brauchen einige Aufmerksamkeit ihrer Besitzer.

„Vorher habe ich Orchideen gepflegt, aber das Arbeiten mit Bonsai ist für mich spannender und umfangreicher“, sagt Marga Bauer, die bereits seit 15 Jahren der „Faszination Bonsai“ erlegen ist. Die Gartenkunst, deren Namen auf Deutsch in etwa „Baum in Schale“ bedeutet, stammt aus China und Japan (siehe Infobox).

Doch auch mit heimischen Baumsorten ist Bonsai möglich. Die Teilnehmer des Fortbildungskurses hatten Miniaturen von beispielsweise Apfel, Eiche, Kiefer, Lärche, Buche und Fünffingerstrauch mitgebracht. Bauer hat „ungefähr 30 kleine Bäume, vom klassischen Gummibaum bis zur Zirbelkiefer, aber auch Ahorn und Weißdorn“.

Kursleiter und Hausherr Werner Porath meinte: „Unser Ziel ist und bleibt es, wertvolle Bäume zu gestalten und zu erhalten, entweder durch Kauf oder aber – und das soll unser Anspruch sein – durch die eigene Arbeit am Baum. Das zieht sich über einen langen Zeitraum hin und bedarf schon einiger Kenntnisse und Fertigkeiten.“

Nach dem Scherenschnitt begutachtete Porath mit den Kursteilnehmern das Substrat und besprach Korrekturen am Platz des Baumes in der Schale, die von vielen Bäumchenbesitzern selbst getöpfert worden war. Die richtige Schale steigert noch einmal den Wert des Bonsais und macht ihn so auch zu einem bemerkenswerten Blickfang in Haus oder Garten.

Zum Teil wurde während des Kurses auch schon umgetopft, die Wurzeln maßvoll geschnitten oder gezielt gedüngt. In neuem, angepassten Substrat erwartet den Besitzer des Bäumchens in der nächsten Zeit ein wohldosiertes, gesundes Wachstum seiner kleinen Lieblinge.

Hilfe mit

Rat und Tat

„Ich bin vom Bonsai-Arbeitskreis Inntal begeistert, weil mir da immer mit Rat und Tat geholfen wird“, sagte Bauer nach den teils intensiven, mehrstündigen Arbeiten an den Bäumen. „Da werden mir alle Erfahrungen der Mitglieder zur Verfügung gestellt, sowohl gute als auch schlechte.“ So sollen kostspielige Fehler bei Pflege und Haltung der Bonsais vermieden werden.

Der Bonsai-Arbeitskreis Inntal, dem Alois Hemberger vorsitzt, erstreckt sich von Kiefersfelden bis nahe Wasserburg und vom Chiemsee bis in Münchens Vororte. 1984 in Raubling gegründet, ist er seit vielen Jahren die erste Adresse in der Region für Bonsaianer.

Eigene Ausstellungen, regelmäßige Fortbildungsmaßnahmen und Besuche anderer Arbeitskreise oder deren Ausstellungen sind im Programm. Dazu kommt das regelmäßige Treffen jeden dritten Montag im Monat um 19.30 Uhr beim Huberwirt in Raubling. Dann nehmen Pflegearbeiten, Düngung oder Baumbesprechung und -gestaltung breiten Raum ein. Nichtmitglieder sind willkommen. Sie können auch ihre Pfleglinge mitbringen und sich von den Fachleuten des Bonsai-Arbeitskreises vor Ort kostenlos beraten lassen. Weitere Informationen unter Telefon 08035/4747 oder per E-Mail an Alois Hemberger@gmx.de.

Bonsai inzwischen weltweit beliebt

Die Bonsai-Kultur, mit deren Hilfe Bäume in Schalen im Wuchs begrenzt und geformt werden, entstand vermutlich im dritten Jahrhundert nach Christus in China und kam im 12. Jahrhundert nach Japan. Im Rahmen der Weltausstellung 1867 in Paris erstmals einer westlichen Öffentlichkeit vorgestellt, fand die Gartenkultur aus Fernost nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit Anhänger.

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