Ihr Tod mahnt zum Frieden

von Redaktion

Soldatenkameradschaft feiert 200-jähriges Bestehen – 100 Fahnenabordnungen dabei

Stephanskirchen – Mit einem strahlenden Sonnentag wurde die Krieger- und Soldatenkameradschaft Stephanskirchen beim Bezirkstreffen der Veteranenvereine im Landkreis Rosenheim beschenkt. Der Gastgeber feiert in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen. Schirmherr der Festtage war der Stephanskirchener Bürgermeister Rainer Auer.

Gemeinsamkeiten

herausstellen

„200 Jahre Veteranenverein, ein stolzes Jubiläum. Es wäre für die Menschen besser gewesen, seine Gründung nach dem Ende der napoleonischen Kriege wäre gar nicht notwendig gewesen“, begrüßte Pfarrer Fabian Orsetti die Gottesdienstteilnehmer am Bauhofpark. „Aber es ist gut, dass es ihn heute nach 200 Jahren immer noch gibt.“ Das 200-jährige Gründungsjubiläum war verbunden mit dem 57. Bezirkstreffen der Interessengemeinschaft der Krieger- und Veteranenvereine sowie der Soldatenkameradschaften im Landkreis Rosenheim (IG Rosenheim).

100 Fahnen der Ortsvereine und der Soldatenkameradschaften aus dem Landkreis waren am Altar versammelt.

Bürgermeister Auer gliederte in seiner Ansprache die 200 Jahre Vereinsgeschichte in zwei Abschnitte: die Zeit von der Gründung bis zum Ende der großen Kriege in Mitteleuropa 1945 mit ihren verheerenden Auswirkungen für die Bevölkerung und die Zeit nach dem letzten großen Krieg, die Europa über 70 Jahre Frieden und Wohlstand bescherte. „Es geht uns so gut wie noch nie, wir müssen weiter unsere Gemeinsamkeiten in Europa suchen und herausstellen und dürfen uns nicht von den Stimmen beeinflussen lassen, die nach dem Trennenden suchen“, sagte Auer. „Diese Engstirnigkeit ist in tiefstem Maße unchristlich und daher abzulehnen.“

Der Bürgermeister dankte den Veteranenvereinen der Region, dass sie die Erinnerung pflegen und damit alle mit großem Engagement mahnen, dass Kriege in Europa kein Mittel der Politik mehr sind.

In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Orsetti an einen Besuch auf dem Soldatenfriedhof von Costermano in der Nähe des Gardasees, der sich ungewollt lange ausdehnte. „Auf diesem Friedhof ruhen mehr als 22000 Soldaten und andere Kriegstote. Ihre Gräber erinnern die Lebenden an das Leid des Krieges. Ihr Sterben mahnt uns, den Frieden zu erhalten.“ Ein Gang durch die unendlichen Reihen der Steine mit den Geburts- und Sterbedaten dieser vorwiegend jungen Leute, die noch in den letzten Kriegstagen 1945 starben, erinnere die Besucher daran, den Frieden im Kleinen wie im Großen zu bewahren. Wie Pius Graf, Obmann der Interessengemeinschaft der Krieger- und Veteranenvereine sowie der Soldatenkameradschaften im Landkreis Rosenheim, in seinem Grußwort sagte, gelte es, weiter am Frieden zu bauen und an den Gedenkstätten für die verstorbenen Kameraden festzuhalten.

Einen Kranz zu den Klängen des Liedes vom Guten Kameraden legten der Stephanskirchner Vereinsvorsitzende Donatus Schiffer, Pius Graf und Heinrich Rehberg vom Volksbund nieder. Der Festzug vom Gottesdienst in den Ort war in vier Züge aufgeteilt, angeführt von vier Blaskapellen sowie 100 Fahnenabordnungen der Veteranen- und Ortsvereine, die mit vielen Mitgliedern teilnahmen.reh

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