Wasser für Augen, Kapelle zum Beten

von Redaktion

Kleinod „Frauenbründl“ bei Schnaitsee – Heilkraft der Muttergottes

Schnaitsee – Die Wallfahrtskapelle Frauenbründl mit ihrem Brunnenhaus, das mit dem Wasser tief aus dem Erdinnern Heilung bei Augenleiden verspricht, findet man nur, wenn man genau weiß, wo man danach suchen muss.

Von der Straße zwischen Schnaitsee und Gars fast unsichtbar, liegt es im Wald versteckt. Abgeschieden ist dieser Ort in einem wasserreichen Gebiet bei Sankt Leonhard im Pfarrverband Schnaitsee. Es liegt nahe der Straße, die von St. Leonhard am Buchat nach Norden Richtung Unterreit führt. Ganz versteckt und einsam ist das Bründl gelegen.

Schon der Ortsname Schnaitsee verrät das Hauptkennzeichen dieser Region: das Wasser. Der Name Schnaitsee kommt von „Schneide“ und deutet auf eine Wasserscheide hin.

Die Region ist mit vielen Seen und Bächen durchzogen. Hier liegt auch die Quelle bei der Wallfahrtskapelle Frauenbründl.

Die Quelle soll einer blinden Bäuerin wieder zum Augenlicht verholfen haben. Die heilige Muttergottes selbst soll ihr dort in Form eines Marienbildes auf dem Wasser erschienen sein, so die Legende. Zum Dank und zu Ehren Mariens wurde eine größere Kapelle im 19. Jahrhundert neben dem Bründl errichtet.

Die Kapelle ist wohl direkt über der Quelle erbaut worden. Noch heute kommen immer viele zum Wasserholen oder einfach nur zum Beten. Fast täglich besuchen Wallfahrer diese Kapelle und den Brunnen.

Freilich muss man im Brunnenhäuschen an die zehn Mal pumpen, bis der kalte Wasserstrahl aus der Tiefe nach oben kommt. Mit der bloßen Hand kann man sich die Augen mit dem wohltuend kalten Wasser ausspülen und mit der daneben liegenden Kanne kann das Nass auch in mitgebrachte Flaschen abgefüllt werden.

Beim Betrachten der Bitt- und Dankschreiben in den Kapellenbüchern fallen dem Besucher emotionale Dank- und Bittschreiben auf. Ein besonderes Dankschreiben einer betagten Person lautet: „Hat mich seit 1945 aus Ostpreußen begleitet. Bin 94 Jahre, werde nicht mehr lange leben, will, dass die gute Gottesmutter einen würdigen Platz bekommt!“

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