Flintsbach – Die auf Empfehlung des Diözesanrates der Katholiken und des Caritasverbandes gegründete Arbeitsgemeinschaft (ARGE) für Caritas und Sozialarbeit im Dekanat Inntal hielt im Mehrgenerationenhaus Flintsbach ihre Vollversammlung ab. Zu Beginn ihrer Ausführungen erläuterte die Vorsitzende Elisabeth Weiß, dass bewusst das Mehrgenerationenhaus Flintsbach als Versammlungsort ausgewählt wurde, ist doch dieses Leuchtturmprojekt im Landkreis im Bereich Alten- und Tagespflege gerade für die in der ARGE tätigen Personen von großem Interesse.
In ihrem Rückblick ging Elisabeth Weiß zunächst auf die Treffen des Leitungsteams zur Ausarbeitung der Jahresveranstaltungen ein. Weiter berichtete sie von der Teilnahme an den Kuratoriumssitzungen des Cari-tas-Zentrums, wo es um spezielle Belange der Caritas, wie zum Beispiel Bauten, Haushalt und caritaspolitische Weichenstellungen geht. Rosenheims Stadtpfarrer und Kuratoriumsvorsitzender Andreas Maria Zach sprach zum Thema Barmherzigkeit. Im Rahmen eines Besinnungstages gestaltete die ARGE-Gründungsvorsitzende Hanni Karrer als Wortgottesdienstleiterin in der Pfarrkirche St. Martin Flintsbach eine liebevoll vorbereitete Andacht, der sich ein kurzer Geschichtsvortrag von Johann Weiß mit anschließender Führung durch die Burg Falkenstein anschloss.
Mit dem Dank an ihr Leitungsteam und Hedwig Petzet für die Unterstützung ihrer Arbeit sowie an die Pfarreien Flintsbach, Degerndorf, Nußdorf, Kiefersfelden und Raubling für die Nutzung der jeweiligen Pfarrsäle, leitete Vorsitzende Elisabeth Weiß auf den Fachvortrag des Abends zum Thema „Plötzlich ist alles anders“ über. Dabei ging es um eine Problembeleuchtung, die sich durch eine plötzliche Veränderung der Lebensumstände ergibt, bedingt durch Unfall, Krankheit eines nahen Angehörigen mit vielfach einhergehender Pflegebedürftigkeit oder einem Todesereignis. Referentin war die stellvertretende Geschäftsführerin des Christlichen Sozialwerks Degern-dorf – Brannenburg – Flintsbach (CSW), Evi Faltner. Gleich zu Beginn stellte sie die provokante Frage: „ Wer von den Anwesenden hat eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung?“ Nachdem ein Großteil mit „Nein“ antwortete, wies sie auf Wichtigkeit einer solchen Willensäußerung hin. Denn die Angehörigen sollen bei Eintritt eines unfall- oder krankheitsbedingten Schicksalsschlages nicht auch noch mit der Frage, „was wäre hier der Wille des Patienten gewesen“, konfrontiert werden. Sehr detailliert besprach Evi Faltner auch die Schnittstelle Kranken- und Pflegeversicherung (Sozialgesetzbuch V und VI) und gab interessante Tipps, dass zum Beispiel Pflegeleistungen nicht unbedingt einen Pflegegrad erfordern, sondern gerade bei Unfäl-len zum Beispiel mit Knochenbrüchen auch Anspruch aus Leistungen der Krankenversicherung bestehen. „Hier ist das soziale Netz sehr dicht geflochten“, meinte Evi Faltner.