Aschau – „Wir wollen etwas ändern. Aus tiefer Sorge um den Ort und aus Liebe zu meiner Heimat Aschau habe ich mich entschlossen, mich als Kandidat für das Bürgermeisteramt zu bewerben“, eröffnete Max Neumüller (54) die erste Versammlung der Bürgerbewegung Aschau (BBA) im Chalet in Aschau, bei der ein eigener Bürgermeisterkandidat nominiert wurde. „Der unerträglichen Gemeindepolitik in den letzten fünf Jahren muss ein Ende gesetzt werden“, führte er aus. „Ich war immer stolz auf mein Aschau, aber leider ist es mitsamt dem Gemeinderat zur Lachnummer in der Region verkommen“.
Neumüller erklärte, dass er zum jetzigen Zeitpunkt keine Wahlversprechen abgeben könne. Aber er werde sich im Fall seiner Wahl mit aller Kraft für Aschau einsetzen. „Wir müssen wegkommen von der Parteipolitik im Gemeinderat und wieder zu einer sachgerechten Kommunalpolitik zum Wohle des Dorfes.“ Er forderte dazu auf, den Sachverstand im Rathaus besser zu nutzen und der bewährten Verwaltung zu vertrauen. Nicht für jede Kleinigkeit müssten externe Sachverständige und Rechtsanwälte bemüht und beauftragt werden. Die Gemeinde verfüge über genügend bestens ausgebildete Fachleute.
Obwohl allgemein in der Gemeinde Aschau bekannt, stellten sich Max Neumüller und seine neu gegründete Bürgerbewegung Aschau (BBA) der breiten Öffentlichkeit im voll besetzten Saal des Chalets vor. Er wies darauf hin, dass er als gebürtiger Niederaschauer sein ganzes Leben lang in der Gemeinde gewohnt habe. Nach seiner Schulzeit und einer Lehre als Schreiner übernahm er den elterlichen Hof beim Lackner zu Niederaschau und führte den Betrieb bis 1990 als Vollerwerbslandwirt. Seit der Aufgabe des landwirtschaftlichen Betriebes arbeitet er beim Vermessungsamt in Rosenheim.
Neumüller ist seit knapp 30 Jahren verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Fast 40 Jahre spielte er im Aschauer Kolpingtheater mit, seit 13 Jahren ist er Vorsitzender des Theatervereins. Genauso lange ist er in der Musikkapelle Aschau und im Trachtenverein aktiv, bei der Jagdgenossenschaft ist er stellvertretender Vorsitzender. Auch erste kommunalpolitische Erfahrungen hat er vor längerer Zeit gesammelt: Von 1990 bis 1996 saß er für die CSU im Gemeinderat.
Die Bürgerbewegung Aschau (BBA) bewirbt sich erstmals um Sitze im Gemeinderat. Neumüller rief dazu auf, die neu gegründete Gruppierung zu unterstützen und sich als Gemeinderatskandidat zur Verfügung zu stellen. Es reiche nicht nur über die bestehenden Verhältnisse zu schimpfen. Man müsse etwas tun. „Heute Abend können wir über den Stand des Sporthallenneubaus schimpfen, wir können die Verschleppung des Baus der Seniorentagesstätte bedauern und wir können die angekündigte hundertprozentige Ehrlichkeit im Gemeindeblatt einfordern – aber wir können nichts ändern. Dazu brauchen wir die personellen Veränderungen im Bürgermeisteramt und im Gemeinderat.
Unter der Leitung von Lorenz Ablinger – langjähriges Gemeinderatsmitglied und Vorsitzender des Ökumenischen Sozialdienstes Priental (ÖSP) – stimmten die Besucher im Saal des Chalet ab: mit 69 von 69 abgegebenen Stimmen wurde Max Neumüller zum Bürgermeisterkandidaten der BBA gewählt. Für die Einreichung des Wahlvorschlages beim örtlichen Wahlleiter wurden Veronika Lang und Stefanie Scheck gewählt. Bei der Veranstaltung waren Vertreter aller vier Fraktionen im Gemeinderat anwesend.
Bei den Kommunalwahlen am 15. März 2020 werden Alexander Wortmann (36), Werner Pankraz (50), Manfred Stein (54), Andreas Schmid (36), Barbara Pertl (48), Veronika Lang (27), Florian Höglauer (39), Stefanie Scheck (30), Markus Aicher (31), Stefan Gschlößl (49) und Franz Vordermayer (48) auf dem Wahlvorschlag der Bürgerbewegung Aschau (BBA) als Bewerber für einen Platz im Aschauer Gemeinderat erscheinen.reh