Weg zur 7,5-Millionen-Turnhalle bereitet

von Redaktion

Es geht weiter beim Bau der Sporthalle in Aschau. Mit 13 gegen sechs Stimmen erteilte der Gemeinderat das Einvernehmen mit der Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die neue Sporthalle. Nun kann der Bauantrag beim Landratsamt gestellt werden.

Aschau – Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich der Planung für die neue Turnhalle – und damit auch dem Abriss der alten Turnhalle – zu. Jakob Hündl, Wolfgang Rucker, Andreas Schmid, Peter Thaurer und Georg Westenthanner (alle CSU) sowie Benno Pertl (PTL) stimmten nicht zu.

Zusammen mit den Mitarbeitern des Planungsbüros SRW-Plan aus München, Ursula Schmid und Rafael Schulik präsentierte Bürgermeister Peter Solnar (Freie Wählergemeinschaft) den aktuellen Stand der Planung des Bauwerks. Zunächst verkündete er jedoch, dass die vorliegende Planung und alle bisherigen Maßnahmen des Bürgermeisters, des Gemeinderates und der Verwaltung nicht gegen das Ergebnis des Bürgerentscheids zur Sporthalle vom Oktober 2018 verstoßen, sondern in allen Punkten mit diesem vereinbar seien. Anders lautende Aussagen entsprächen nicht der Wahrheit. Die Prüfungen aller eingeschalteten Stellen im Landratsamt und beim Bayerischen Innenministerium hätten ergeben, dass in der Folgezeit des Bürgerentscheids stets nach Recht und Gesetz gehandelt worden sei, erklärte der Bürgermeister.

Solnar wies darauf hin, dass die ursprünglich angesetzten Kosten von 7,8 Millionen Euro auf die aktuelle Kostenschätzung von 7,5 Millionen Euro gesenkt werden konnten. Der Reduzierung um 300000 Euro stünde allerdings ein erheblich eingeschränktes Raumangebot gegenüber. Es werde höchste Zeit mit den Arbeiten zu beginnen, da die Baukosten ständig steigen. Bei jährlich steigenden Baukosten von drei bis vier Prozent werde, so Solnar, schon bald die ursprünglich angesetzte Summe wieder erreicht.

Solnar bat die Gemeinderäte, sich lediglich zu den aktuellen Plänen zu äußern und nicht wieder eine Grundsatzdebatte vom Zaun zu brechen.

Philipp Ramming (CSU) wollte wissen, warum der vorhandene Keller zugeschüttet werden müsse. Ursula Schmid erklärte, der Keller sei nicht trocken und nicht dicht zu bekommen, der Einbau von Technik und Maschinen sei daher ohne vorhersehbare Schäden nicht möglich.

Weiter wollte Ramming wissen, ob eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach möglich und die entsprechenden Anschlüsse vorgesehen seien. Solnar erwiderte, die Planungen seien in enger Absprache mit dem Energieberater der Gemeinde, David Schmidtner, auf einen Ausbau vorbereitet. Das begrünte Flachdach passe in keiner Weise mit einer Fotovoltaikanlage zusammen, das gehe einfach nicht, befand Jakob Hündl von der CSU. Das Eingeständnis des Architekturbüros, den Keller nicht dicht zu kriegen, sei ein Armutszeugnis.

Benno Pertl (PTL) lehnte den Bau als zu groß und gewaltig in Bausch und Bogen ab. Wolfgang Rucker (CSU) kritisierte, dass sich die Gemeinde zusätzlich zu den vorhandenen Schulden und den Kosten für den Ausbau der Infrastruktur an der Kampenwand zusätzlich sieben Millionen Schulden aufbürde. Mit dieser Schuldenlast könne Aschau nicht fertig werden.

Hündl brachte vor, dass auch dieser Entwurf sich nicht in die Umgebung einpasse und einfach „greislich“ sei. „Aschau wollte etwas anderes, der Wille der Bürger wurde zu keinem Zeitpunkt berücksichtigt. Wir wollten uns einbringen, aber das war nie möglich“.

Peter Thaurer (CSU) brachte seine Vorbehalte gegen das flache Pultdach vor. Vor allem wollte er wissen, wie die Entwässerung des begrünten Daches erfolgen solle und welches Gewicht für den Schnee einberechnet worden sei. Die Schneelasten des vergangenen Winters seien ein kleiner Vorgeschmack dessen gewesen, was auf die Halle zukommen kann.

Abschließend beklagte er, dass die Fachplaner für den Gemeinderat nie zu erreichen waren. „Alles Reden hilft nichts, ihr baut die Halle nach euren Vorstellungen – aber wer übernimmt die Gewährleistung für die Bauschäden?“

Marco Weisser (FWG) wollte wissen, warum sich die Kosten für die Außenanlagen vervielfacht haben. Der Fachplaner antwortete darauf, dass das felsige Gelände und der hohe Grundwasserspiegel neu berücksichtigt werden mussten, dazu komme eine deutlich erhöhte Zahl Stellplätze.

Michael Eder (FWG) wies darauf hin, dass derzeit ein optimaler Zeitpunkt für eine Darlehensaufnahme sei, „noch selten war Bauen so günstig wie heute“. Philipp Sanner (PTL) wollte nähere Einzelheiten zur Beschallungsanlage wissen. Die Vertreter der FWG stellten nur wenige Fragen und lobten das Gesamtkonzept der Planung, jetzt sei es endlich an der Zeit zu bauen.

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