Leas Zopf ist schon ab

von Redaktion

Elfjährige spendet ihre Haare – Emilys Geschichte war der Auslöser

Rohrdorf/Rosenheim – Oft stiften Kinder und Jugendliche Gleichaltrige ja eher zu Quatsch an. Manchmal aber auch zu richtig tollen Aktionen: Vor einigen Wochen berichteten wir von der neunjährigen Emily Wagenstetter, die ihre rote Mähne für krebskranke Kinder spenden will. Diesen Artikel lasen auch Slavica und Lea Rados.

Glücklich mit den halblangen Haaren

Lea lässt ihre Haare bereits seit ihrem vierten Lebensjahr wachsen, heute ist sie elf Jahre. Nachdem sie selber vor zwei Jahren nach einem Sturz vom Pferd mit einer Rückenverletzung im Krankenhaus lag und damals einen Bericht über krebskranke Kinder und Haarspenden sah, hatte sie ebenfalls das Ziel, ihre Haare zu spenden. „Meine Tochter ist von klein auf sehr sozial eingestellt“, erklärt ihre Mutter Slavica Rados.

Bei Lea, die die Mädchenrealschule in Rosenheim besucht, ist der Zopf schon ab. Ihre Haare gingen ihr bis unter das Gesäß, selbst als Zopf. Die Haare waren deutlich länger als die für eine Langhaarperücke erforderlichen 40 Zentimeter. Friseur Tom Fuchs von der „Cut Lounge“ nahm vorsichtshalber noch einmal Maß – er wollte Lea nicht gleich einen Kurzhaarschnitt verpassen und deshalb wissen, wie lang die Haare bleiben können.

Lea ist glücklich mit ihren halblangen Haaren, erzählt ihre Mutter. Die hatte sich solidarisch erklärt und ihre brünetten Haare ebenfalls wachsen lassen, um sie zu spenden. „Meine Haare waren zu kurz“, sagt sie schmunzelnd. Schneiden lassen hat sie sie aber auch – zur moralischen Unterstützung ihrer Tochter.

Tom Fuchs hat Tochter und Mutter die Haare kostenlos geschnitten. „Dieses Geld und von unserer Firma noch etwas obendrauf werde ich – da meine Haare ja zu kurz waren – zusätzlich zu Leas Haaren spenden“, so Slavica Rados.

In zweifacher Hinsicht angestiftet

Emilys Geschichte hat Mutter und Tochter in noch einer Hinsicht angestiftet: Sie hatten ursprünglich eine andere Organisation gewählt. Die aber hätte die gespendeten Haare verkauft. „Das widersprach dem Gerechtigkeitssinn meiner Tochter.“ Also machte sich Slavica Rados auf die Suche nach einer Organisation, die mit den Haaren keinen Profit macht. Und landete auch bei der „Haarfee“.

Emily muss noch ein wenig warten, ihre Haare waren zwei Zentimeter zu kurz. Aber bald ist es so weit. Am 27. Juni kommt die rote Mähne ab. syl

Artikel 5 von 11