Strom und Wärme gebündelt

von Redaktion

Gemeinderat Stephanskirchen Weg für Nahwärmeversorgung geebnet

Stephanskirchen – 75 Wohnungen in drei Bauabschnitten, Doppelhaus, Einfamilienhaus – das baut allein ein Bauträger am Tulpenweg. Und dieser plant, zusammen mit „Innergie“, ein Nahwärmenetz. Mit Erdgas soll mittels Kraft-Wärme-Kopplung Wärme und Strom produziert werden. Genug, um auf andere dort entstehende oder schon stehende Gebäude anzuschließen. Dafür allerdings braucht „Innergie“ ein Stück Grund für die Erzeugungsanlage – etwa in der Größe einer Doppelgarage, ein Wasserspeicher kommt noch dazu. Die Gemeindeverwaltung hat dafür sowohl ein Grundstück neben dem Alten- und Pflegeheim als auch den derzeitigen Containerstandplatz am Feldsteig im Auge.

Sebastian Ranner, Geschäftsführer von „Innergie“ erklärt, dass das Baugebiet Tulpenweg für eine Nahwärmeversorgung sehr gut geeignet sei, weil die jetzt schon dort geplanten Gebäude einfach mehr Strom und Wärme abnehmen, als eine klassische Einfamilienhaus-Siedlung. Zudem müssen sich die künftigen Anwohner auf Jahrzehnte hinaus nicht mit ihrer Wärmeversorgung beschäftigen, „Innergie“ kümmert sich um Wartung, Technik, Reparatur und alle anderen Belange rund um Strom und Wärme. „Ich weiß aber, dass es bei Nahwärmenetzen oft noch eine Hemmschwelle gibt“, so Ranner.

Dr.Rolf-Jürgen Löffler (CSU) sorgt sich um die Sicherheit: „Man liest ja mindestens einmal pro Woche davon, dass ein Haus wegen Gas explodiert“. Eine Aussage, die viele Gemeinderäte und die Zuhörer mit Murren und Kopfschütteln quittierten. Ranner beruhigend: Die seltenen Explosionen gebe es beim Einsatz von Flüssiggas, nicht von Erdgas. Und: Am Tulpenweg wird die Erdgasleitung nur bis zur Verbrennungsanlage gehen, nicht in die einzelnen Häuser. Margit Sievi (SPD) hat zwar keine Sicherheitsbedenken, hätte aber lieber regenerative Energie als Erdgas im Einsatz.

Die Anlage ist so ausgelegt, dass auch Kindergarten, Altenheim, Rathaus und Grundschule angeschlossen werden könnten. Für Rathaus und Schule ist das Thema nicht spruchreif, so Bürgermeister Rainer Auer, weil beide Gebäude relativ neue Heizanlagen haben.

Generell soll und kann keiner der Bauherren oder Wohnungskäufer zum Anschluss ans Nahwärmenetz gezwungen werden, „aber irgendwann rechnet es sichnicht mehr“, so Ranner. Dann allerdings kann „Innergie“ von dem Projekt zurücktreten.

Als sich die Fragen an Ranner immer mehr im Klein-Klein verlieren meldet sich der hörbar entnervte Thomas Hoffmann (CSU) zu Wort: Nahwärme sei so mit das Interessanteste, was es auf diesem Feld gibt, „die Technik läuft seit vielen Jahren in großen Städten problemlos – und wir zerreden’s hier. So ein Quatsch.“ Diskussion beendet.

Die Verwaltung prüft, wie die Überlassung des Grundstücks am besten geregelt wird, ob verpachtet, vermietet oder eine Grunddienstbarkeit eingetragen wird. Nur Margit Sievi stimmte dagegen.

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