Millionen für den Nachwuchs

von Redaktion

Die Gemeinde wächst seit Jahren stetig. Bauland ist teuer, dennoch ist Stephanskirchen für Familien attraktiv. Rund ein Sechstel der Stephanskirchener ist minderjährig. Den Nachwuchs lässt sich die wohlhabende Gemeinde einiges kosten.

Stephanskirchen – Hier 50 Euro, dort 3,8 Millionen – Kämmerer Philipp Brück hat im Haushalt viele Posten, die dem Nachwuchs in der Gemeinde zugute kommen.

Dickster Brocken sind die 3,8 Millionen Euro, die die Gemeinde in die Betreuung nach dem Bayerischen Kindergarten- und Kinderbetreuungsgesetz (BayKiBiG) – unter anderem in die Personalkosten – investieren muss. Und das, obwohl sie keine der fünf Kindertagesstätten selbst betreibt: Vier sind kirchlich, eine unter dem Dach der AWO. Allerdings schießt der Freistaat Bayern anständig zu, 1,65 Millionen Euro und damit 120000 Euro mehr als im Vorjahr hat Brück in diesem Jahr angesetzt.

Das war es aber noch nicht mit den Ausgaben für die Kleinsten: 80000 Euro für die letzten Rechnungen der Erweiterung der Kita Hotzenplotz finden sich ebenso, wie 50000 Euro für die Einrichtung einer Waldkindergartengruppe, 100000 Euro für die Ausstattung der fünf Kitas, 350000 Euro Defizitübernahme für Krippen und Kindergärten oder die erst vor Kurzem vom Gemeinderat beschlossenen 10000 Euro Zuschuss für private Tagespflege – analog zum Kindergartenzuschuss der Staatsregierung. Aber auch die 100 Euro, die die Gemeinde alljährlich an die Mutter-Kind-Gruppe des Evangelischen Bildungswerks sind selbstverständlich verzeichnet.

Auch in die Kinder über sechs Jahren wird investiert. Und auch das nicht zu knapp. 1,7 Millionen Euro werden in diesem Jahr für die neue Turnhalle in Schlossberg ausgegeben. Auch gibt‘s für die Gemeinde einen Zuschuss. 800000 Euro hat der Freistaat angekündigt, 200000 Euro erwartet der Kämmerer in diesem Jahr. 200000 Euro sind 2019 für die Erweiterung der Otfried-Preußler-Schule (OPS) eingeplant, zudem 5000 Euro für die Erweiterung der Mittagsbetreuungsräume in Schloßberg. Wie die 50000 Euro für ein neues Hausmeisterfahrzeug unter „Ausgaben für den Nachwuchs“ verbucht werden, das ist Ansichtssache. Die 75000 Euro für die Ausstattung der Schulen jedenfalls gehören zweifelsfrei dazu. Ebenso wie die noch offenen 20000 Euro (von 320000 Euro) für die Sanierung der Hartplätze und Grünanlagen an der OPS. Maximal 160000 Euro ist der Gemeinderat bereit, zur Mittagsbetreuung zuzuschießen, auf 55000 Euro ist der Zuschuss bei der Jugendsozialarbeit gedeckelt.

Die Stephanskirchener von zehn bis 16 Jahren, mit 600 die größte Gruppe der Minderjährigen, dürften wohl am meisten von der Optimierung des Jugendtreff „Box“ profitieren, für die Kämmerer Brück 50000 Euro angesetzt hat. Dazu kommen 37000 Euro für die inhaltliche Arbeit der Box. Und auch von den 5000 Euro für die Ausleuchtung des Funparks, von den 3500 Euro pro Jahr für die Jugendblaskapelle des Trachtenvereins, für die 32000 Euro für die Musikschule Rosenheim und die 5500 Euro Zuschuss für die Jugendarbeit des Sportvereins. Auch bei den 12000 Euro für die Ausstattung der Bibliothek, die 10000 Euro pro Jahr für Spielplätze und die 6000 Euro Übungsleiterzuschuss an den Sportverein kommt ihnen ein Anteil zugute.

Heute geht es wieder um Millionenprojekt

6,88 Millionen Euro sind es insgesamt, die im Gemeindehaushalt an Ausgaben für den Nachwuchs in der Gemeinde zu finden sind. 1,85 Millionen Euro Zuschüsse abgezogen, bleiben immer noch knapp über fünf Millionen Euro für die Gemeinde. Und heute, Dienstag, wird die Summe für das kommende Jahr vermutlich hochschraubt. Denn der Gemeinderat beschäftigt sich in seiner Sitzung ab 18.30 Uhr mit der Sanierung und Erweiterung der OPS. Ein Millionenprojekt.

Für was die anfangs erwähnten 50 Euro ausgegeben werden? Für Kinder außerhalb Stephanskirchens: Für die SOS-Kinderdörfer.

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