Am Grab eines Kriegsgefangenen

von Redaktion

Flintsbach gedenkt des Ukrainers Danilo Rudenko – Abordnung aus der Heimat

Flintsbach – Auf dem Flintsbacher Friedhof befindet sich seit dem Jahr 2013 eine Gedenktafel für den im Jahr 1944 in der damaligen Karfreit-Kaserne Degerndorf verstorbenen ukrainischen Kriegsgefangenen Danilo Rudenko. Mit diesem Gedenken will die Gemeinde Flintsbach an die schweren Kriegsschicksale und speziell in diesem Fall an die in Deutschland umgekommenen Kriegsgefangenen erinnern. Das Einzelschicksal des ukrainischen Kriegsgefangenen Danilo Rudenko ist ergreifend und durch die Nähe des Geschehens in der Kaserne Degerndorf unmittelbar präsent.

Jahrelange

Recherche

Oberst a.D. Manfred Benkel, der frühere Kommandeur der Karfreit-Kaserne Degerndorf hat in jahrelanger Recherchearbeit viele Puzzles zusammengefügt und die Geschichte über Danilo Rudenko insbesondere über seine Kriegsgefangenschaft von 1942 bis zu seinem Tod 1944 dargestellt. Eine große Hilfe bei den Nachforschungen war der Journalist Viktor Fishman. Danilo Rudenko wurde im Alter von 28 Jahren zur Sowjetarmee eingezogen und geriet im August 1942 in deutsche Gefangenschaft. Über verschiedene Lager kam er im Oktober 1943 nach Degerndorf, wo er am 20. September 1944 verstarb. Die Beerdigung fand im Friedhof Flintsbach statt, weil Degerndorf damals zur Pfarrei Flintsbach gehörte. Bei der Enthüllung der Gedenktage im Jahr 2013 waren neben den nächsten Angehörigen aus der Ukraine, die ukrainische Konsulin Iryna Lysenko und weitere Honoratioren anwesend. Auch der weißrussische Generalkonsul Aliaksandr Gavenich besuchte die Gedenkstätte. Nun fand sich mit dem ukrainischen Generalkonsul Yuriy Yarmilko und der ukrainischen Konsulin Iryna Shum auf Einladung von Flintsbachs Erstem Bürgermeister Stefan Lederwascher erneut eine ukrainische Delegation zum Gedenken ein. Neben einer Fahnenabordnung der Krieger- und Reservistenkameradschaft Flintsbach – Degerndorf war auch der frühere Kasernenkommandeur Oberst a.D. Manfred Benkel, der das Treffen organisierte, dabei. In seiner Ansprache betonte Generalkonsul Yuriy Yarmilko, dass Erinnerungskultur wichtig für die Völkerverständigung sei. Kriegerische Ereignisse wie der Zweite Weltkrieg dürfen sich nie mehr wiederholen. Weiter meinte Generalkonsul Yuriy Yarmilko „Deutschland ist ein sehr wichtiges Land für die Ukraine“ und fügte hinzu: „Es ist die Aufgabe der heutigen Generation, aus den damaligen Geschehnissen die notwendigen Lehren für eine bessere Zukunft zu ziehen.“

Erster Bürgermeister Stefan Lederwascher wies bei seiner Rede an der Gedenktafel auf die Verantwortung für Geschichtsbewusstsein und Völkerverständigung hin. Wörtlich ergänzte er: „Mit diesem Gedenken haben wir ein Kapitel abgeschlossen, gleichzeitig aber ein neues, mit neuer Zeitrechnung geöffnet.“ Mit dem Lied „Vom guten Kameraden“, gespielt auf der Trompete von Sebastian Unker, endete die Gedenkfeier.

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