Leserforum

„Wir haben alle ausnahmslos nur verloren“

von Redaktion

Zur Berichterstattung über die Aschauer Sporthalle im Lokalteil:

Bei der Sporthallenplanung wurden Räume für die Jugend und Seminare vorgesehen. Diese wurden mittlerweile umbenannt in „Raum für sportliche Zwecke“. Diese nur umzubenennen ist nach meiner Meinung eine Täuschung aller mündigen Bürger. Laut Herrn Moosmüller sollte der Jugendraum ein Raum zur Mittagsbetreuung der Schüler werden. Was hat dies mit einer Sporthalle zu tun? Eine Mittagsbetreuung gehört in die Schule. Räume dürften dazu sicher zur Verfügung stehen, oder haben alle Klassen durchgehend bis zum späten Nachmittag Unterricht? Wenn laut Bürgermeister der Gemeinderat bedauert, dass keine Räume oder Flächen für die Jugend laut Bürgerentscheid untergebracht werden dürfen, warum wird dann die Sporthalle nicht kleiner, funktionaler und besagte Räume gestrichen?

Seit Vergabe zur Planung im Oktober 2014 sind knapp fünf Jahre vergangen, jedoch hat Bürgermeister Solnar immer noch kein Baurecht für die Sporthalle in Händen. „Im Sinne einer zeitnahen Umsetzung, auch aufgrund der steigenden Baukosten“ werde die Planung im Gemeinderat weiter behandelt“, so der Bürgermeister. Hat er vergessen, dass er in der April-Sitzung 2019 des Aschauer Gemeinderats öffentlich erklärt hat, er werde 2019 mit dem Sporthallenbau nicht beginnen?

Karin Omerzu-Ruthus

Aschau-Sachrang

Wir haben alle ausnahmslos nur verloren.

Eine ältere Dame bittet in der Bürgerversammlung 2017 um den Erhalt der öffentlichen Sauna an der Schützenstraße. Für eine Abteilung des Vereins, die ihren Sport überwiegend im Freien ausübt, werden die Ausmaße der Doppelturnhalle zusätzlich um eine halbe Halle erhöht. Vereinsheim, Jugendraum und Sauna sind integriert.

Schon damals waren der Ort und der Gemeinderat zutiefst gespalten. Gemeinderäte treffen sich im Vorfeld der öffentlichen Sitzung. Fair Play und Respekt rücken in den Hintergrund. Die Veranstaltungen, deren Wortführer und Flyer haben dazu beigetragen. Ein junger Gemeinderat wird durch das Dorf getrieben. Die Zuschauertribüne ist wichtig. 700000 Euro für die neue Sauna sollen verschrecken.

Der Bürger hat entschieden, wenn auch knapp. Was ist dabei herausgekommen? Es geht ausnahmslos so weiter. Undankbarkeit hier, unflätiges Verhalten dort. Die Bühne der Bürgerversammlung wird missbraucht, die Arbeit des Bürgermeisters diskreditiert. Er ist der Einzige, der das längst überfällige Projekt angeht.

Der Appell des Bürgers nach Geschlossenheit bleibt ohne Gehör. Nach dem Hallenbad wird eine weitere soziale Errungenschaft aufgegeben. Die Ausmaße der 2,5-fach-Sporthalle bleiben bestehen. Jugendraum und Sauna werden gestrichen. Schon ist die Rede von einem Kunstrasenplatz. Die angeprangerte Finanzlage lässt dies wohl zu. Verzögerungstaktik und Fakten beherrschen das Geschehen.

Die Baukosten sind inzwischen explodiert. Die kleine Variante wird teurer als die ursprünglich gedachte. Alle nehmen in Anspruch, im Sinne des Gemeinwohls zu handeln. Aber eines muss uns klar sein: Unter dem Strich haben wir alle ausnahmslos nur verloren.

Georg Ertel

Aschau

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Der Beitrag im OVB vom 22./23.Juni hat mir außerordentlich gut gefallen. Man hätte ja auch „Spottpalast“ darüber schreiben können. Denn was sich hier abspielt, spottet jeder Beschreibung.

Von Anfang an habe ich – schon in der ersten Bürgerversammlung zu diesem Thema – die Frage gestellt, warum die alte Turnhalle überhaupt abgerissen werden muss. Der Baukörper ist noch total in Ordnung, nur die Innenausstattung ist halt in die Jahre gekommen. Warum kann man das Gebäude nicht entkernen, alle Nebenräume dort unterbringen und dann die 2,5-fach Turnhalle an der Südseite anbauen? Dann könnte die Sauna erhalten bleiben, die Modellbauer hätten weiter ein Zuhause oder – ganz kühner Gedanke – vielleicht könnte man das kleine Hallenbad mit Wärmepumpen und Fotovoltaik wiederbeleben. Dann könnten die Aschauer Schulkinder im Ort Schwimmen lernen und müssten nicht nach Bernau gekarrt werden.

Aber mit all diesen Fragen rennt man nur gegen eine Wand – sie werden einfach nicht beantwortet.

Irmfried Wimmer

Aschau

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