Platz für bis zu 20 Tagesgäste

von Redaktion

Baubeginn für teilstationäre Tagespflegestätte in Aschau

Aschau – Es geht los mit dem Bau der teilstationären Tagespflegestätte in Aschau. Unmittelbar neben dem Standplatz der zukünftigen Sporthalle steht der Baukran und die Maurer haben bereits mit den Bauarbeiten begonnen. Der Vorsitzende des Ökumenischen Sozialdienstes Priental (ÖSP), Lorenz Ablinger hofft, dass im zweiten Quartal 2020 die ersten Tagesgäste einziehen können.

Angehörige

werden entlastet

Der Standort dieser teilstationären Tagespflegeeinrichtung im Umfeld der neuen Sporthalle und der beiden Kindergärten sei optimal und auch für zukünftige mögliche Erweiterungen groß genug. Die Kitas in der Gemeinde Aschau mussten in den vergangenen Jahren ständig an den erhöhten Bedarf angepasst werden, bei der Seniorentagesstätte (Seta) dürfte die Entwicklung wohl ähnlich laufen.

Mit dem neuen Haus schafft der ÖSP eine teilstationäre Tagesbetreuung und Tagespflege für die Bürger im Einsatzgebiet zwischen Sachrang und Wildenwart und damit Betreuungsmöglichkeiten für 15 bis 20 Personen für etwa 600 bis 800 Betreuungs- und Pflegestunden in der Woche. Dieses Angebot soll eine Ergänzung zu der bisherigen und auch weiter bestehenden ambulanten Pflege und Betreuung von pflegebedürftigen Menschen im Einzugsgebiet Aschau – Frasdorf – Sachrang – Wildenwart darstellen. Das Ziel für den ÖSP ist eine teilweise Entlastung der pflegenden und/oder berufstätigen Angehörigen.

Nach der unendlichen verzwickten Vorgeschichte mit ihren vielen Rückschlägen (wir berichteten mehrfach), scheint nun noch alles zu einem guten Ende zu kommen; das Thema einer teilstationären Tagespflegeeinrichtung mit wechselnden Standorten in Frasdorf, Sachrang und Aschau ist für den ÖSP und die beiden beteiligten Gemeinden Aschau und Frasdorf seit über sechs Jahren ein Dauerbrenner. Lorenz Ablinger beklagt allerdings, dass die erheblichen Verzögerungen in der Fortführung der Bauleitplanung wegen der Marktsituation im Hochbau und der damit verbundenen guten Auslastung aller Handwerksbetriebe, Mehrkosten von etwa 200000 Euro verursachen werden. Obwohl alle Weichen durch den Grundstückseigner, den ÖSP und die Gemeindeverwaltung bereits gestellt waren, dauerte es fast zwei Jahre bis die erforderliche Bauleitplanung schließlich vorlag und mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte. Diese Mehrkosten wären bei rechtzeitiger Einleitung der notwendigen Maßnahmen nicht notwendig gewesen und müssen voll und ganz vom ÖSP erbracht werden.

Seit der Gründung des Ökumenischen Sozialdienstes Priental im Jahr 1975 haben es sich die etwa 60 Mitarbeiterinnen in dieser Zeit zur Aufgabe gemacht, Menschen zu unterstützen, die wegen körperlichen oder geistigen Behinderungen, Krankheiten oder am Ende ihres Lebens Hilfe und/oder Pflege benötigen. Dabei wird darauf geachtet, dass diese Patienten möglichst lange in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung verbleiben können.

Die teilstationäre Tagespflege im Haus an der Schützenstraße soll künftig einen wichtigen Baustein in diesem umfassenden Betreuungsangebot darstellen. lm Jahr 2018 wurden von den Schwestern 85 Personen in häuslicher Krankenpflege versorgt, 13 Patienten mit demenzieller Erkrankung fanden in den Memory-Gruppen Abwechslung und Förderung.

Untersuchungen deutschlandweit ergaben, dass rund zwei Drittel der Pflegebedürftigen von ihren Angehörigen zu Hause betreut werden. Fast jeder Fünfte dieser Betreuenden ist jedoch ganztags oder in Teilzeit berufstätig. Eine umfassende Betreuung ist somit nicht möglich oder weist erhebliche Lücken auf. Deshalb will der ÖSP die Angehörigen von kranken oder in der Beweglichkeit eingeschränkten Menschen entlasten, einer drohenden psychischen und/oder physischen Überlastung entgegen wirken und letztendlich eine stationäre Heimunterbringung verzögern oder sogar verhindern.

Wie soll das Angebot des ÖSP künftig aussehen und was bietet die Tagespflege? Etwa 320 Quadratmeter Grundfläche bieten in hellen, gemütlich eingerichteten und selbstverständlich behindertengerecht ausgestatteten Räumen bis zu 20 Tagesgästen Platz. Die qualifizierte Betreuung und Pflege durch die Mitarbeiter/innen soll kranken oder auch alleine lebenden, pflegebedürftigen Menschen täglich zwischen 8 und 17 Uhr eine Atmosphäre der Geborgenheit und des Wohlbefindens ermöglichen.

Neben individueller pflegerischer Hilfe wird ein ganzheitliches Betreuungsangebot die vorhandenen Interessen und Fähigkeiten erhalten sowie Fertigkeiten des täglichen Lebens trainieren um damit die Möglichkeit des Verbleibens in gewohnter häuslicher Umgebung zu sichern.

Artikel 1 von 11