„Rotter Assis“ verhöhnen Polizei

von Redaktion

Wieder Vandalismus-Problem Gemeinde setzt Belohnung auf Täterhinweise aus

Rott – „Wir haben Spaß, Ihr habt Bereitschaft“ und „chillige Aufsichtsbeamte“ haben Unbekannte in in Rott bei Lengdorf auf die Gemeindeverbindungsstraße zum Ausee auf den Asphalt gesprayt.

Diverse Sprüche und Beleidigungen verunzieren eine Strecke von etwa 800 Metern. Auch die Fahrradwegbrücke über die Rott ist innen und außen „zugetaggt“, wie Jan-Lukas Knoll, Leiter der Ordnungsamtes Rott, der Wasserburger Zeitung berichtet.

Bürgermeister schäumt vor Wut

Bürgermeister Marinus Schaber schäumt vor Wut. Er spricht von rund 30000 Euro Schaden, der bei dieser aktuellen, ausufernden Sachbeschädigung entstanden ist. Die Gemeinde Rott hat den Vandalismus angezeigt.

„Das ist der fünfte Strafantrag gegen Unbekannt, den wir in diesem Jahr wegen Vandalismus stellen mussten“, sagt Knoll. Alleine heuer belaufe sich der Sachschaden auf rund 50000 Euro. Probleme mit Zerstörungswut und Graffiti habe die Gemeinde am laufenden Band. Nicht einmal vor Kirche, Friedhof und Spielplatz machen die Übeltäter halt (wir berichteten).

Die Schmierereien richten sich gegen Staat und Polizei. Die Täter verhöhnen die Staatsgewalt, sprayen den Code „187“ auf Beton oder Straßenbelag. Die Zahlenfolge ist Teil der Straßengang-Sprache und stammt aus dem kalifornischen Strafgesetzbuch: Paragraf 187 behandelt den Straftatbestand Mord, die US-Beamten benutzen den Code etwa im Funkverkehr. Straßengangs nutzen „one-eight-seven“ als massive Drohung (Anm. d. Red.).

Nachdem die Zahlenkombination auch in Songs, Filmen und Videospielen verwendet wurde, dauerte es nicht lange, bis sie auch ihren Platz in der Jugendsprache fand.

Die Täter haben ihre Sprayereien offensichtlich mit „Rotter Assis“ signiert. Auch „zig Verkehrsschilder sind beschädigt“, sagt Knoll, der den Schaden dokumentiert hat. Bürgermeister Schaber sagt, „jetzt ist Schluss mit lustig. Hoffentlich werden die erwischt. Denen soll das finanziell richtig wehtun“, sagt das Gemeindeoberhaupt, das nun 300 Euro Belohnung für „zielführende Informationen“ ausgelobt hat. Es gebe konkreten Verdacht, wer die Schmierfinken seien, jedoch noch keine Beweise. Einen vertraulichen Umgang mit Zeugenhinweisen sichert Schaber zu. Die Gemeindeverwaltung Rott setzt alles daran, dass die Täter für die volle Schadenssumme aufkommen müssen. „Wir gehen straf- und zivilrechtlich vor. Ein Hinweis auf einen der Mittäter reicht uns. Der haftet dann eben gesamtschuldnerisch“, sagt Ordnungsamtsleiter Knoll.

Die Polizei Wasserburg bestätigt die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung. Über die polizeifeindlichen Sprüche und Codes kann stellvertretender Polizeichef Richard Gottwald nur müde lächeln. „Das haben wir öfter; wir bleiben gelassen“, sagt er auf Nachfrage und spricht von „vielversprechenden Hinweisen“, denen die Ermittler derzeit nachgehen.

Wenn die Übeltäter zivilrechtlich für die Schadenssumme in Regress genommen werden, „dann können sie lange hinzahlen von ihrem Taschengeld“, erklärte Richard Gottwald, der die Sprayer im Jugendmilieu vermutet.

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