Neubeuern – 3700 Besucher zwischen München und Salzburg, Tirol und Wasserburg lockte eine laue Sommernacht nach Neubeuern, um die 56. Marktbeleuchtung, nun im vierten Jahr veranstaltet von der Musikkapelle Neubeuern, zu genießen.
Bereits in den 30er-Jahren ist in der Chronik von Neubeuern ein Fest mit Kerzen zwischen den historischen Häusern erwähnt, das sich später unter dem Verkehrsverein zur Illumination des gesamten Marktplatzes erweiterte und unter Vorstand Hubert Reischl zu einer festen Einrichtung wurde.
Die Kindergruppen der Trachtenvereine Neu- und Altenbeuern eröffneten mit ihren Tänzen auf der Bühne am Hofwirtsbichl das Brauchtumsfest, das durch den Auftritt regionaler Gruppen ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm aufzeigte.
Für Stimmung sorgte die Musikkapelle Neubeuern und anschließend der Spielmannszug der Gebirgsschützen, bevor die Formation der Mitwirkenden vom Oberen Markttor kommend die Großbühne vollkommen füllte. Leiter der Musikkapelle, Georg Spatzier, dankte vor allem den Marktplatzbewohnern für ihre Hilfsbereitschaft beim Kerzlanzünden zum Einbruch der Dämmerung und den Gaststätten für ihre kulinarisch abwechslungsreiche Versorgung der Gäste.
Auch das Revival von Dorfwirt Vornberger zum Musiker der Kapelle verkündete Spatzier respektvoll, denn „damit hat der engagierte Festwirt seine Bewirtung mit Grillschmankerl den Veranstaltern überlassen“.
Stolz zeigte sich Zweiter Bürgermeister Martin Schmid über die publikumsstarke Resonanz der Inntaler Großveranstaltung, die auf dem malerischen Marktflecken alpenländische Musik- und Stimmungsliebhaber zusammenführt. Auch eine Studie über die stechenden Mücken habe er gelesen, berichtete Schmid. „Die Vitamine im Bier sollen eine Linderung der Plage bewirken. Ob nach der ersten, zweiten oder dritten Mass, wird nicht näher erläutert.“
Konrad Stuffer führte Regie und Ansage des vielfältigen Programms. Nahtlos folgten die Auftritte der örtlichen Trachtenvereine mit ihren Brauchtumstänzen und der Inntaler Notenkünstler. Benedikt Paul, der virtuose Neubeurer Kuhglockenspieler, gehörte zu den besonderen Attraktionen, zumal nur noch wenige Musiker in Oberbayern dieses Spiel beherrschen. Mit tosendem Applaus läutete er sich in die Herzen seiner Bewunderer.
Die Nußdorfer Goaßlschnalzer zündeten ihre Peitschen über den Köpfen der Gäste, und das Echo der Hafenstoaner Alphornbläser hüllte die einzigartige Kulisse in tiefe Bassklänge. Frische Volksmusik mit Jodlern im Dreigesang präsentierten die Huber Dirndl und Fünferlei ergänzten die Musiknacht mit stileigenen Arrangements aus der Volksmusik.
Bei Einbruch der Dämmerung erstrahlten die denkmalgeschützten Häuser im Kerzenschein. Auf allen Fensterbrettern, Balkonen und Erkern wurde flackerndes Kerzenlicht entzündet und verlieh dem Ensemble der Häuser um den Florianibrunnen eine ganz besondere Atmosphäre.
Die Marktbeleuchtung in Neubeuern ist der Ort, an dem sich Menschen treffen, die Kulturelles in Musik und Tracht pflegen. Kammersänger und Heldenbariton Oskar Hillebrand mit Sopranistin Kayo Hashimoto brachten es auf den Punkt. „Wir erlebten heuer die ausdrucksstärkste Marktbeleuchtung, seit wir Bürger und Besucher dieses grandiosen Festes sind.“