Kiefersfelden – Jetzt ist es amtlich: Die Gemeindevertreter entschieden sich in ihrer jüngsten Sitzung für die kostenpflichtige Erhöhung der Lärmschutzwand entlang der österreichischen Inntalautobahn A12 zum Schutze ihrer Bürger. An dieser Kröte verschluckten sich viele, etwa CSU-Vorsitzender Christian Knoblich, der nicht einsehen mochte, „dass wir auf österreichischer Seite unser Geld ausgeben, das finde ich verwerflich“.
Grenzwerte werden
nicht überschritten
Was er damit meinte, war zuvor vom leitenden Mitarbeiter der ASFiNAG, Klaus Gspan, ausführlich erläutert worden. Der österreichische Betreiber der Autobahnen ASFiNAG erhöht in nächster Zeit zum Schutze seiner Bürger die Lärmschutzwände entlang der Inntalautobahn A12, also die Fortsetzung der deutschen A93.
Dabei wurde von den zuständigen Behörden „auch der Siedlungsraum Kiefersfelden von der Autobahnbrücke über den Inn bis zur Abfahrt Kufstein Nord genau angeschaut“, wie es Gspan darlegte. Bei den Lärmmessungen im Untersuchungsbereich auf rund sieben Kilometern sei keine Grenzwertüberschreitung auf deutscher Seite festgestellt worden, die im 24-Stunden-Mittel 60 Dezibel nicht übersteigen dürfen.
Entsprechend einer Lärmprognose bis 2033 stellte der Mitarbeiter der ASFiNAG fest, „dass es mit der geplanten zwei Meter hohen Lärmschutzwand für das Kiefersfeldener Gebiet im Bereich Pendlingstraße keine Grenzwertüberschreitungen gibt“. Schon in der Gemeindevertretersitzung vom 26. Juni war dieses Thema erörtert worden und der Konsens war, dass die ASFiNAG Fakten und Zahlen für die Erhöhung der Lärmschutzwand vorlegen sollte.
Gspan wartete dann auch damit auf: Die Erhöhung der Lärmschutzwand von zwei auf drei Meter auf einer Länge von 370 Metern würde die Grenzgemeinde einmalig 130000 Euro kosten, hinzu kämen noch die Erhaltungskosten von 16130 Euro. Bei einer Wanderhöhung von zwei auf vier Meter würde sich der Preis sogar in etwa verdoppeln.
Nach Aussage des ASFiNAG-Vertreters werden bei dem unmittelbar bevorstehenden Bau „hochabsorbierende Materialien zum Einsatz kommen“, die bei der Erhöhung nur auf österreichischer Seite (geplant sind dort bis zu 5,5 Meter Höhe) nicht den Lärm über den Inn zurück auf die deutsche Seite reflektieren würden.
Uneinigkeit im Gemeinderat
Danach entspann sich eine lebhafte und kontroverse Diskussion der Gemeindevertreter, die das breite Meinungsbild im Plenum offenbarte. Da war die Rede von „Das machen wir nicht“ bis hin zu „Warum sollen wir dafür bezahlen?“ oder „Dafür ist die bayerische Staatsregierung zuständig“.
Der stellvertretende Bürgermeister Christian König (CSU), der in Abwesenheit von Bürgermeister Hajo Gruber (FW) die Sitzung leitete, traf mit seinem Einwand allerdings genau den wunden Punkt: „Wenn unseren Kieferer Bürgern damit wahrnehmbar geholfen wird, sollten wir das jetzt machen“, wobei er auch darauf abzielte, dass der österreichische Betreiber noch in dieser Woche die genauen Planungen festlegen wird.
Schlussendlich stand für eine Erhöhung der Lärmschutzwand von zwei auf drei Meter die Mehrheit von zehn Stimmen, dagegen sprachen sich drei Gemeinderatsmitglieder aus. Somit wird nun schon bald auf österreichischer Seite die erhöhte Lärmwand zum Schutze der Kieferer Bürger gebaut.
Bezahlen muss das die Gemeinde Kiefersfelden, da sich die österreichische Seite nicht als zuständige Adresse sieht und die bayerische Landesregierung diese Baumaßnahme als nicht notwendig erachtet und daher auch nicht als zuschussfähig erkennt.