Flintsbach – Mit der Schlagzeile, dass das Inntal nach Veröffentlichung der fünf Grobtrassen für den Brenner-Nordzulauf aufatmen könne, kann sich der Flintsbacher Gemeinderat nicht anfreunden. Auch wenn sich die Flintsbacher Räte bei ihrer jüngsten Sitzung für die südlich gelegenen Gemeinden mitfreuen konnten, die größtenteils untertunnelt werden oder wie Erl und Niederndorf gar nicht betroffen sind, bringen einige der kürzlich vorgestellten Varianten erhebliche Belastungen für den eigenen Ort und die heimische Bevölkerung mit sich.
Verknüpfungsstellen werfen Fragen auf
„Je nachdem, wo die notwendigen Verknüpfungsstellen entstehen, müsste sogar die Bestandsstrecke östlich verlegt werden“, erklärte Flintsbachs Erster Bürgermeister Stefan Lederwascher (CSU) die aktuelle Lage. So könne es durchaus dazu kommen, dass die Bahnhöfe von Flintsbach und Brannenburg womöglich zusammengelegt werden.
Lederwascher sieht nach wie vor die Problematik darin, dass mit den Verknüpfungsstellen, die offenbar nur in einer offenen Bauweise zu realisieren sind, an einer der engsten Stellen des Inntals Verkehrsbauwerke entstehen könnten, die die ohnehin kompakte Situation noch weiter belasten würden. Er machte deutlich, dass er keiner der vorgestellten Varianten einen Vorzug einräumen wolle, denn er halte an seinem Grundsatz fest, dass die Strecke grundsätzlich in einen Tunnel gehöre.
Wirtschaftliche Aspekte seien für ihn kein Grund, von einer Tunnellösung abzuweichen. „Schließlich ist das ein gesamteuropäisches Projekt und keine Baumaßnahme einer einzelnen Gemeinde. Immerhin geht es um die hier lebenden Menschen und die Landschaft“, sagte das Gemeindeoberhaupt.
Mehrere Gemeinderäte kritisierten wiederholt, dass die Berechnung für die Anzahl der täglich auf der Strecke verkehrenden Züge immer noch nicht nachgewiesen sei.
Dazu sagte Lederwascher, dass noch nichts entschieden sei. Alle Varianten seien lediglich Grobplanungen und an den Details werde in den nächsten Monaten erst gearbeitet.
Info-Veranstaltung der Bahn am 23. Juli
Am Dienstag, 23. Juli, findet von 16 bis 20 Uhr in Flintsbach im Gasthof Falkenstein zu den fünf Grobtrassen eine Info-Veranstaltung der Deutschen Bahn statt. Hier haben alle Bürger die Gelegenheit, sich zum aktuellen Sachstand zu informieren und mit den Planern der Bahn zu diskutieren.