Kopfschütteln über Schilderwahnsinn

von Redaktion

Das Kopfschütteln in Höslwang ist groß: Entlang der beiden Kreisstraßen werden große Verkehrshinweisschilder angebracht – viel zu groß, zu überdimensional, ärgern sich die Bürger. Was dahintersteckt.

Höslwang – Erst standen nur große Metallgestände in der Landschaft entlang der beiden Kreisstraßen RO12 und RO4 unterhalb von Höslwang. Den Bürgern schwante es bereits: Werden etwa neue Verkehrsschilder angebracht? Und wenn, wie überdimensioniert sind die denn?

Weit ragen die großen Betonfundamente zudem in Wiesen und Felder – und behindern künftig die Landwirte bei der Arbeit, ärgern sich diese.

Orientierung
für Ortsfremde

Die Antwort vonseiten des Landratsamtes: ja, es kommen neue Schilder. Denn: Am Knotenpunkt der beiden Kreisstraßen werden bundesweite Richtlinien umgesetzt. Anhand dieser Richtlinie für wegweisende Beschilderung (RWB 2000) müssen an Kreisstraßen vor Kreuzungen und Knotenpunkten Vorwegweiser angebracht werden. Und das in einem Abstand von 250 bis 100 Meter zum Knotenpunkt hin. Sie sollen insbesondere Ortsfremden die Orientierung erleichtern und der Verkehrssicherheit dienen.

Inzwischen sind die ersten Schilder auch aufgestellt – und sie scheinen übergroß. Auch darauf hat das Landratsamt Rosenheim eine Antwort: Die Schriftgröße auf den neuen Schildern ist deutlich größer als bislang, insbesondere in Hinblick auf die immer älter werdende Bevölkerung. „Und damit die Schilder auch bei schlechtem Wetter noch gut zu erkennen sind“, erklärt Landratsamtssprecher Michael Fischer den Sachverhalt.

Also kein Schildbürgerstreich, wie einzelne Bürger vermutet hatten.

Für Unmut dürfte indes die Entscheidung der Behörde sorgen, dass einer der Kirschbäume, die entlang der Kreisstraße Richtung Sonnering eine Allee bilden, aufgrund der neuen Beschilderung weichen muss – seine Äste versperren die Sicht. „Jede Stelle dort ist gleich unglücklich, weil überall Bäume stehen“, erläutert dazu der Behördensprecher auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Und er verspricht einen Ausgleich: Es sollen zwei neue Bäume gepflanzt werden. Außerdem, so der Sprecher, soll der Kirschbaum auch nicht sofort gefällt werden. „Die Kirschen können schon noch geerntet werden“, versichert er.

Entsprechend groß war das Kopfschütteln über die geplante Neubeschilderung im Höslwanger Gemeinderat. Aufgebrachte Bürger hatten im Vorfeld bei den Gemeinderäten ihrem Ärger Luft gemacht. Die Räte brachten es im Gremium vor.

Bürgermeister Matthias Maier erklärte hierzu, dass die Kreisstraßen in die Zuständigkeit des Landkreises Rosenheim fallen und die Gemeinde dazu nicht konsultiert wird.

Groß ist das Unverständnis in Höslwang auch, weshalb überhaupt neue Schilder benötigt werden – wo doch in den letzten Jahren mehrere Warnschilder bei Verkehrsbeschauen als überflüssig eingestuft worden waren und dann auch entfernt wurden. So auch die Ankündigung der gefährlichen Kurve in Unterhöslwang.

Aufgebrachte

Bürger

Aufgebrachte Bürger machten ihrem Ärger jetzt Luft und dekorierten eine der Tragkonstruktionen – an der Kreisstraße zwischen Sonnering und Höslwang – mit einer eigenen Plakatierung. Darauf äußerten sie ihre Sorge: „Müssen die Kirschbäume weg?“ Dass zumindest ein Baum tatsächlich weichen muss, wird sie nicht erfreuen.

Neue Vorwegweiser, entsprechend groß dimensioniert, werden in diesen Tagen auch in zwölf weiteren Gemeinden im gesamten Landkreis angebracht, darunter entlang von Kreisstraßen in Bruckmühl, Rimsting und Pfaffing.

Nachgebessert wird dabei laut Landratsamt jeweils vor Knotenpunkten und Kreuzungen. Und auch in diesen Fällen: alles für mehr Verkehrssicherheit.

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