Kiefersfelden – Für das kommende Kindergartenjahr plant die Gemeinde Kiefersfelden eine Waldkindergartengruppe mit 25 Plätzen – eine Außengruppe des Kindergartens St. Martin (wir berichten). Die baulichen Planungen stellte nun im Gemeindrat Hermann Gabenstätter vom gemeindlichen Bauamt vor.
Unterschlupf
in Containern
Ähnlich wie bei der unmittelbar neben dem Platz für den Waldkindergarten liegenden Skilift-Station, sollen den Kindern und dem Personal zwei Container mit Überdachung und Terrasse Schutz gegen Wetterkapriolen gewähren.
In den mit Holz verkleideten Containern ist ein Aufenthaltsbereich mit Überdachung angedacht sowie ein weiterer Raum für Unvorhergesehenes.
Bezüglich des Geländes, unmittelbar am Hang gelegen und an den Wald angrenzend, „bestehen keine geologischen Risiken und die Erschließung mit Strom, Gas und Wasser ist gesichert“, so Gabenstätter weiter.
Die Kosten für diese Investition belaufen sich auf etwa 60000 Euro, die aus bisher nicht abgerufenen Haushaltmitteln gestemmt werden können. Diesen Argumenten entzog sich auch der Gemeinderat nicht, der einstimmig den Beschluss zur Bauausführung fasste.
Florian Larcher, Gesamtleiter der gemeindlichen Kindertagesstätten, stellte anschließend die grundsätzliche Konzeption des Waldkindergartens, die Bestandteil des Bauantrags und der Betriebserlaubnis ist, vor, die auch schon im Vorfeld mit den interessierten Eltern, deren Kinder für einen Platz im Waldkindergarten in Frage kommen, erörtert worden war.
Die danach getroffene Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass die Eltern oder Erziehungsberechtigten der betreffenden Kids jährlich 20 Stunden ehrenamtliche Arbeit für den Waldkindergarten zu leisten haben. Sollte das aus vertretbaren Gründen nicht möglich sein, ist eine „Ersatzzahlung“ für nicht geleistete Stunden angedacht.
Konzept und pädagogische Ziele
Die pädagogischen Ziele der Waldkindergartengruppe legte die Leiterin des Kindergartens St. Martin, Monika Schumacher, offen, wie auch schon zuvor bei einem Elternabend mit 28 interessierten Eltern, wobei da auch die möglichen Risiken wie Zeckenbiss oder Fuchsbandwurm angesprochen worden waren.
Vor allem „die Umwelterfahrungen mit den Sinnen“ stellte Schumacher in den Vordergrund und die Erfahrungen der Kinder aus erster Hand mit täglich neuen Bewegungsangeboten. Dabei will sie aber die Kirche im Dorf lassen, denn „weniger ist oft mehr“, um damit die Fantasie und Kreativität der Kleinen anzuregen. Das Durchstreifen des Waldes biete Freiräume, die jedoch durch klare Regelungen gekennzeichnet seien und auch der respektvolle Umgang mit Flora und Fauna werde erlernt. Hinzu komme die vermehrte Sprachförderung sowie die Stärkung des Immunsystems – „denn wir sind bei nahezu jeder Witterung draußen.“
Experimente und Projekte im Wald
Der Tagesablauf sieht nach den Worten von Schumacher vor, dass die Kinder bereits morgens um 7 Uhr im Kindergarten St. Martin zum Frühdienst gebracht werden können. Bis 9 Uhr werden die Kleinen dann zum „Stützpunkt“ gebracht, wo sich die „Morgenrunde“ anschließt. Danach geht’s in den Wald, wo eine gemeinsame Brotzeit, Freispiele und gemeinschaftliche Projekte und Experimente den Vormittag ausfüllen. Um 12 Uhr ist die „Abschlussrunde“ und danach können die Kinder entweder abgeholt werden oder sie bekommen Mittagessen. Auch eine weitere Nachmittagsbetreuung ist ab 13 Uhr im Kindergarten St. Martin möglich.
Das pädagogische Team des Waldkindergartens führt Maria Reheis, Erzieherin sowie Wald- und Umweltpädagogin, an. Ihr zur Seite stehen die Kinderpflegerinnen Steffi Reischl und Melissa Oberwieser.