Prutting – „Wir müssen uns Gedanken machen.“ Quirin Meisinger (SPD) war der Erste, das feststellte, traf aber bei seinen Kollegen im Gemeinderat auf offene Ohren. Auslöser war ein Antrag auf Aufstockung eines bestehenden Dachgeschosses im Ortsteil Aich.
Haus im Außenbereich
Bürgermeister Hans Loy (CSU) trug in der Gemeinderatssitzung vor, dass das Dachgeschoss mit einem Kniestock (Wandhöhe oberhalb der Decke des obersten Vollgeschosses) von 1,5 Metern ausgebaut werden soll. Abstandsflächen und Unterschriften der Nachbarn waren kein Problem, die 1,5 Meter waren es für Quirin Meisinger schon: Die gebe es sonst in Prutting nirgends, 60 Zentimeter seien bisher das Maximum. Er habe nichts dagegen, die 1,5 Meter zu genehmigen, es müsse dann aber klar sein, dass der Gemeinderat künftig bei anderen Anträgen auch großzügiger sein müsse, fand er. Peter Brunner (CSU/Parteifreie) konnte Meisingers Probleme nur bedingt nachvollziehen, schließlich befinde sich das Haus im Außenbereich und sei schon einen Ort weiter kein Bezugsfall mehr.
Im Innenbereich gelten ohnehin andere Spielregeln, auch nach Baugesetzbuch.
Brunner, Petra Linner (CSU) und Loy hielten fest, dass ihnen diese Art der Nachverdichtung nur recht sei, weil Wohnraum geschaffen werde, ohne Boden zu verbrauchen.
Das sahen die anderen Gemeinderäte offensichtlich ähnlich, Widerspruch gab es keinen.
Dass sich der Gemeinderat Gedanken machen sollte, wie künftig mit Nachverdichtung und verwandten Themen umgegangen wird, darüber waren sich die Mitglieder des Gremiums einig. Nicht ganz einig waren sie sich beim vorliegenden Bauantrag, der dennoch mit 9:3 Stimmen durchging.