Söchtenau/München – Das Thema Verpackungsmüll ist aktuell in aller Munde. Passend zu ihrem Leitbild hat sich auch die Grundschule Söchtenau mit dem Problem auseinandergesetzt und am Wettbewerb „Verpackung – Müll, Werbung, Schutz?“ teilgenommen, der vom Verbraucher-Service Bayern zusammen mit dem Umwelt- und dem Kultusministerium ausgeschrieben worden ist. Bayernweit beteiligten sich 97 Schulen aller Schularten. Mit drei weiteren Grundschulen wurde nun die Schule Söchtenau für ihren Beitrag ausgezeichnet.
Die Berichte über das qualvolle Verenden vieler Meerestiere haben die Schüler sehr bewegt. Zwei Wochen lang sammelten sie deshalb Verpackungsmaterial: Kartonagen, Folien, Tetra-Paks, Dosen, Gläser, Weich- und Hartplastik aller Art, Alu-Behälter, Verbundstoffe, Styropor und vieles mehr. Schnell kam da sehr viel Müll zusammen. Wie schwierig aber das Einsparen ist, zeigte die Analyse der unterschiedlichen Funktionen von Verpackung, wie die Schüler herausfanden.
Verpackung dient zum Schutz vor Verunreinigung, Beschädigung, Keimen, Umwelteinflüssen wie Nässe oder Hitze, Verletzung und auch Diebstahl. Verpackung wird aber auch zur Information der Verbraucher und insbesondere zur Werbung genutzt. Darüber informierte Schülermutter Christine Eckl die Dritt- und Viertklässler mit einer Power-Point-Präsentation. Die Kinder erkannten, dass optische Reize wie Farben, große Schrift, Glitzerelemente, lustige Motive, aber auch akustische Reize wie das Knistern einer Chipstüte, oder eine sich angenehm anfühlende Oberfläche eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung spielen.
Die erarbeiteten Erkenntnisse hielten die Schüler auf Plakaten fest, die sie mit dem nach Rohstoffen sortierten Müll in der Aula ausstellten. Um zu verdeutliche, wie gefährlich Mikroplastik für Tiere ist, bastelten die Kinder auch Enten und Fische aus Pappmaché, deren Körper sie anschließend mit Plastikschnipseln füllten.
Der restliche gesammelte Verpackungsmüll wurde zum Recyceln zum örtlichen Bauhof gebracht. Eine schöne Idee kam aus dem Elternbeirat. Tanja Hundhammer wusste, wie man aus Tetra-Pak-Tüten Geldbeutel basteln konnte. So fanden die gesammelten Behälter eine sinnvolle Verwendung, über die sich die Erstklässler freuten.
Doch wie kann man Verpackungen einsparen, fragten sich die Schüler. Wie sie herausfanden, kann man beispielsweise direkt am Bauernhof einkaufen oder aber eigene Behältnisse ins Geschäft mitbringen. Zu diesem Thema drehten die Kinder im Ethikunterricht als zusätzlicher Wettbewerbsbeitrag das Video „Umweltdetektive“.
Dieses vielseitige Engagement von Schülern, Eltern und Lehrkräften überzeugte letztlich auch die Jury, die im Rahmen des bayernweiten Wettbewerbs über die Preisvergabe entschied und der Schule das Etikett „Partnerschule plus“ zuerkannte. Schulleiterin Marianne Kelnberger und Viertklasslehrerin Veronika Holzner sowie eine Schülerabordnung nahmen im Max-Joseph-Saal in der Münchner Residenz ihre Auszeichnung in Empfang.