Obing – „Wir hören auf“, stellte der scheidende Konrektor Thomas Schmitz in seiner Begrüßung fest. Das habe er heuer mit den Schülern gemeinsam. Der Unterschied sei nur: „Ihr fangt Euer Berufsleben erst an.“ Der lang ersehnte letzte Schultag an der Obinger Mittelschule sei gekommen und das bedeute den Abschied von außergewöhnlichen jungen Menschen, die mit ihren Fähigkeiten und Qualifikationen das Rüstzeug für den weiteren Lebensweg erhalten hätten. Zu dem freudigen Anlass seien auch die Menschen eingeladen, die die Schüler auf ihrem Weg begleitet und bestärkt, mit ihnen gelitten und sich mit ihnen gefreut hätten, betonte Schmitz.
Im Mittelpunkt standen jedoch die 41 Absolventen, die sich für ihren großen Tag fesch herausgeputzt hatten. Ein Blick in ihre glücklichen Gesichter verriet ihre Freude und auch die Erleichterung nach dem Erreichen des großen Ziels. Alle waren glücklich, dass die Prüfungsanspannung vorbei ist und die Ergebnisse auch gut ausgefallen sind.
22 M-Zügler haben ihre mittlere Reife bestanden. Von den 19 Neuntklässlern haben 14 den Quali und fünf den Regelabschluss geschafft. Damit ist ihr weiterer Weg geebnet. Alle Schüler haben eine Lehrstelle oder besuchen eine weiterführende Schule. „Daumen hoch“, sagte Rektor Thomas Duxner. So würde man beispielsweise in der Whats-app-Gruppe seine Anerkennung kundtun. Die digitale Welt mache vieles möglich und jeder könne posten.
Eigentlich hätte man sich die Zeit für die Abschlussfeier sparen und sich im Jogginganzug gemütlich auf der Couch sitzend, virtuell treffen können. „Schön, dass Ihr Euch dazu entschieden habt, analog da zu sein, persönlich und ganz real“, betonte der Schulleiter. Digitale Kommunikation könne persönliche Kontakte, Gefühle, gemeinsame Freude oder gemeinsames Feiern nicht ersetzen.
Und auch in der Berufswelt würde trotz fortschreitender Digitalisierung der Mensch dennoch gebraucht. Die Abschlussschülerinnen und -schüler hätten sich eine gute Startposition erarbeitet, so Duxner.
Sie hätten neben dem Unterrichtsstoff auch viele soziale Kompetenzen mit auf den Weg bekommen und sich in der Schulgemeinschaft erfolgreich bewährt. Nun warte ein neues Umfeld, doch die Absolventen hätten mit ihrem Schulabschluss den Schlüssel für einen guten Berufsweg erhalten. Es liege an jedem Einzelnen, für sich berufliche und auch private Türen aufzusperren und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Wirtschaft und Handwerk böten beste Zukunftsaussichten, versicherte der Schulleiter.
Gleichzeitig bedeute der neue Lebensabschnitt auch den Abschied von der Schulgemeinschaft und jeder hinterlasse Erinnerungen. „Pflegt ein Wiedersehen und Eure Freundschaften“, riet Duxner. „Pfiad Eich und schauts moi wieder in der Schule vorbei.“
Bürgermeister Sepp Huber gratulierte zum erfolgreich bestandenen Schulabschluss und empfahl den Absolventen, sich auf ihr weiteres Leben zu freuen. Erwähnenswert sei in diesem Zusammenhang auch die Ausstattung der Grund- und Mittelschule (GMS) Obing, die in der Region einzigartig sei.
Die Elternvertreter konnten es im Rückblick kaum fassen, dass die Schulzeit ihrer Kinder nun vorbei sei. Gefühlt sei es noch gar nicht so lange her, dass sie ihre Kinder mit großer Schultüte und noch größerem Schulranzen zum ersten Schultag gebracht hätten. Nun sei ein wichtiger Meilenstein erreicht und die Kinder nicht nur in der Größe gewachsen. Die Grundlagen für ein erfolgreiches und glückliches Leben seien geschaffen. „Nutzt die Chance, Eure Träume zu realisieren“, rieten die Elternvertreter.
Abschied mit Gesang
Die Schüler verabschiedeten sich singend sowie mit humorvollen Anekdoten von ihren Lehrern. Im Visier dabei vor allem die beiden Klassenleiter Stephan Preiß (M10) und Jakob Lauber, „die uns gut vorbereitet und immer unterstützt haben und ohne die wir es nicht so gut geschafft hätten“. Nun sei das Ziel erreicht. Auf dem Weg habe man Gemeinschaft erlebt, Herausforderungen geschafft und Grenzen gespürt. Und natürlich auch viel gelacht. Beispielsweise über „den Lauberschen Klassiker: Man muss die Schuld auch mal bei anderen suchen“. Die M10 fand, „der Preiß war eine schöne Person mit anderem Dialekt“. Singend leiteten sie zum Abschied die Binomische Formel her.