Mitreißende Himmelsschau zum 100-Jährigen

von Redaktion

Christliche Frauengemeinschaft Pfaffenhofen eröffnet Jubiläumsfeier mit Konzert in der Pfarrkirche St. Laurentius

Pfaffenhofen – Mit einem mitreißenden Konzert unter dem Motto „Zwischen Himmel und Erde“ der Chorgemeinschaft Pfaffenhofen eröffnete die Christliche Frauengemeinschaft Pfaffenhofen die Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen. Vorsitzende Michaela Höhensteiger würdigte in der Pfaffenhofener Pfarrkirche St. Laurentius das Engagement aller, die über ein Jahrhundert lang den Verein am Leben gehalten haben.

Himmel –

was ist das?

Im Zentrum des Abends standen aber nicht nur Dankesworte, sondern vor allem himmlische Töne: Lieder von Kathi Stimmer-Salzeder bildeten den würdigen Rahmen für das Jubiläum. Tiefe gewann der Abend zudem durch die Impulsbeiträge einzelner Chorsänger zum Thema: Himmel – was kann man darunter eigentlich verstehen? Musikalisch begleitet wurde der Chor unter der Leitung von Leni Feichtner von den Spontanetten. Eine besondere Ehrung erfuhren Leni Feichtner und Elisabeth Inninger. Feichtner für ihr Engagement im musikalischen Bereich und ihre menschliche Größe sowie Inninger für ihr verbindendes Wesen im Chor. Der herzliche Beifall der vielen Konzertbesucher galt nicht nur den beiden, sondern dem gesamten Konzert, das den Himmel sicherlich ein Stück weit öffnete, wie es in einem Liedtext Kathi Stimmer-Salzeders heißt. Den Segen für die Festlichkeiten, die am heutigen Samstag. 19 Uhr, mit einem Festgottesdienst in der Pfaffenhofener Pfarrkirche fortgesetzt werden, spendete Pfarrer Herbert Holzner.

Bei der anschließenden Ausstellungseröffnung im Pfarrheim Pfaffenhofen stand die Entwicklung des Müttervereins hin zur Frauengemeinschaft in 100 Jahren im Fokus. Vor allem die Gestaltung der Ausstellung, die noch bis zum Pfarrfest am Sonntag, 11. August, jeweils sonntags vor und nach dem Gottesdienst ab 9 bis 13 Uhr zu sehen ist, ist ein Zeichen für die Kreativität der Mitglieder der Frauengemeinschaft.

Auf großen, selbst beschrifteten Schautafeln hat Elisabeth Innninger in akribischer Kleinarbeit handschriftlich die Geschichte dokumentiert. Bilder über die vergangenen 100 Jahre, aber auch aktuelles Fotomaterial, etwa von den Faschingsbällen oder den Weihnachtsbasaren, ermöglichen eine spannende Zeitreise für „alte“ und junge Besucher.

Lebendige

Gemeinschaft

Vorsitzende Michaela Höhensteiger unterstrich in ihrem Grußwort nochmals, wie stolz die Frauengemeinschaft auf das Geleistete sein könne: „Wir sind eine lebendige Gemeinschaft. Das 100-jährige Jubiläum zeigt uns, dass viele Frauen ihre Arbeit, ihre Ausdauer, ihre Visionen und Träume miteinander geteilt und in diesem langen Zeitraum die Pfarrgemeinde geprägt haben.

100 Jahre im Schnelldurchgang: Von Pfarrer Josef Allmer bis hin zur Vereinsgründung 2008

1919 wurde der Verein christlicher Mütter unter Pfarrer Josef Allmer gegründet. Er fungierte als geistlicher Vorstand des Vereins bis 1933. Die Erste Vorsteherin, so hieß damals die Vorsitzende, war Anna Thum, Kaißenthalerin in Langenpfunzen.

Zunächst war es vor allem eine Glaubensgemeinschaft. Regelmäßig feierten sie gemeinsam Messen und unternahmen alljährlich einen Einkehrtag. Darüber hinaus unterstützten sie sich in der Kindererziehung und widmeten sich karitativen und sozialen Aufgaben. Die Erlöse des Vereins, anfänglich in erster Linie aus Mitgliedsbeiträgen, wurden für wohltätige Zwecke verwendet. In den Jahren 1938 bis 1944 ruhte anscheinend der Mütterverein. Es erfolgten in diesem Zeitraum keinerlei Einträge in das Kassenbuch.

Nach den Kriegswirren 1944 wurde von Pfarrer Stephan Flötzl die Kasse

an Maria Haas, Pfaffenhofen übergeben und Maria Untereichmeier, Hausermam von Wernhardsberg zur Vorsitzenden ernannt. Sie leiteten den Verein 38 Jahre lang, das heißt bis 1982.

Es veränderten sich die Aufgaben der Frau und somit auch deren Rolle in der Gesellschaft. Berufsbildung und -ausübung von Frauen werden Themen im Verein. Aus dem Mütterverein wurde der Frauen- und Mütterverein, es konnten nun auch ledige oder kinderlose Frauen dem Verein beitreten.

Seit 1982 wurde nun alle fünf Jahre (seit 2008 alle vier Jahre) die Vorstandschaft neu gewählt, Verschiedene Kurse und Bildungsangebote wurden in den letzten Jahrzehnten angeboten.

Doch natürlich sind auch religiöse Feiern mit geselligen Beisammensein fester Bestandteil im Vereinsleben. Sie reichen etwa vom ökumenischen Weltgebetstag der Frauen bis hin zu den Besinnungstagen. Alle Erlöse werden ausschließlich sozialen Zwecken zugeführt. Seit 2008 nennt sich der Verein nun Christliche Frauengemeinschaft Pfaffenhofen am Inn e.V. Die Frauengemeinschaft hat derzeit 475 Mitglieder.

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