Shrek ist wieder gesund

von Redaktion

Große Emotionen bei der gefeierten und vollendeten zweiten Aufführung von „Shrek – Das Musical“ beim Immling Festival. Noch zwei Spieltermine stehen an.

Halfing – „Wir sind anders, sind besonders, wir sind stark!“ – die gesungenen Textauszüge aus „Shrek – Das Musical“, so schien es, kamen aus tiefster Seele des Ensembles der Akademie Immling.

Es war eher ein Jubeln als ein Gesang, ja fast eine emotionale Entladung. Gewundert hat das niemanden, am wenigsten wohl Regisseurin Verena von Kerssenbrock und Orchesterleiter Taro Harada, die sicher im Verborgenen selbst vor Freude jubilierten.

Glücklicher

Ausgang

Denn bei der Premiere Ende April hatte die Vorstellung kurz nach der Pause abgebrochen werden müssen. Grund war eine plötzlich aufgetretene schwere Erkrankung des Hauptdarstellers Shrek, alias André Schwestka.

Eine Schar von Kindern und Jugendlichen der Akademie Immling, samt Chor- und Orchester, musste nach monatelanger Probenarbeit, mitten im allergrößten Vergnügen, erleben, wie das Leben manchmal so spielt.

Anstatt in Selbstmitleid zu vergehen, schwappte eine überwältigende Welle von Mut, Zusammenhalt und Solidarität über das Immling Festival – auch die Zuschauer der ausverkauften Premiere reagierten vorbildlich. Nur gut, dass diese Geschichte um eine abgebrochene Premiere nun so einen glücklichen Ausgang hatte.

Shrek ist genesen, ist wieder „Oger-Grün“ im Gesicht, „kämpft“ mit den immer nachwachsenden Märchenfreaks, die uneingeladen seinen Sumpf enterten und begab sich mit dem Elan eines Stehaufmännchens auf die Bühne.

Das Publikum hatte also doppelt Vergnügen und verfolgte dieses Mal bis zum Ende die Geschichte des raubeinigen Eigenbrötlers, lachte Tränen über seine ungehemmt abgehenden Darmwinde und der unermüdlichen Labertasche von Esel (Lukas Gahabka), die ihm mit seinem „du brauchst mich …“ den letzten grünen Nerv raubte.

So brannten die 55 mitwirkenden Kinder und Jugendlichen darauf, dem „hoch verehrten Publikum“ die Geschichte des erfolgreichen Broadway-Musicals von David Lindsay-Abaire und Jeanine Tesori bis zu Ende zu erzählen.

Im Verlauf des zweiten Teils des Musicals lösten sich peu á peu alle Verirrungen und Verwirrungen der Figuren und für die meisten nahmen die Entwicklungen eine gute Wendung. Oger Shrek fand heraus, dass Oger sein, also „anders“ sein, nicht heißen muss, dass man einsam ist.

Der Tag für Fiona

Für Prinzessin Fiona kam „endlich der Tag“, auf den sie so lange gewartet hatte. Wobei es ein wenig dauerte, bis sich der Nebel um ihren seltsamen Fluch verzog und somit klare Aussicht auf ihren wahren Ritter und Retter wurde.

Das Grautier räumte mit wachen Instinkten mit dem Vorurteil auf, dass Esel dumm sind, betätigte sich als erfolgreicher Kuppler und bandelte selbst mit der feuerspeienden Schönheit in Rot (Lea Unterseer) an. Endlose Lacher kassierte auch der etwas kurz geratene Lord Farquaad (Benedikt Anja) für seine brillante Darstellung – ein Freak wie er im (Märchen) Buche steht, der selbst nicht merkt, wie „anders“ er ist.

Am Ende prangt über der gesamten Produktion der Satz: „Nun schreib ich mir mein eigenes Märchen“. Und das taten sie alle miteinander. Dieses (Musical-) Märchen ist eine bunte und lehrreiche, eine klingende und singende, eine tanzende und lachende Wundertüte, die man nicht oft genug entdecken kann.

Es gibt noch zwei Chancen, den „shreklichen“ Helden beim Immling-Festival zu begegnen, und zwar m Dienstag, 30., und Mittwoch, 31. Juli. Das Ticketbüro des Immling-Festivals, ist unter Telefon 08055/90340 zu erreichen.

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