Raubling – Zusammen mit dem „Circus Zappzarap“ führte das Gymnasium Raubling in der letzten Schulwoche für die fünfte und sechste Jahrgangsstufe ein zirkuspädagogisches Projekt durch. Unter dem Motto „Kannst du nicht war gestern“ konnten die jungen Artisten auf einer ganz neuen Ebene Selbstvertrauen, Konzentration, Ausdauer und vor allem Gemeinschaftssinn erlernen. Mutig stellten die Schüler, gemeinsam mit einigen Eltern und Lehrern, eine spannnende Zirkusshow auf die Beine. Ruckzuck waren alle Karten für die beiden Vorstellungen vergriffen.
Mit Späßen und witzigen Sketchen empfingen Clowns die Zuschauer zu Beginn der Aufführung. Akrobaten und Jongleure sowie Fakire, die sich auf Nagelbretter und Glasscherben legten, wurden begeistert beklatscht. Am Ende des ersten Teils wurde den Zuschauern, die bei 35 Grad Außentemperatur ohnehin ordentlich schwitzten, bei der Fackelshow noch einmal so richtig eingeheizt. Geschickte Seiltänzerinnen glänzten danach mit ihrem Können und Feuerschlucker löschten brennende Stäbe mit dem Mund. Die Zauberer entfachten nach der Show eine Debatte unter den Eltern, wie denn die Tricks wohl funktionieren würden. Ein Höhepunkt war die Schwerterkiste, aus der eine Schülerin nach dem Herausziehen der Schwerter völlig unverletzt entstieg. Als Glanzpunkt am Ende des Spektakels gab es einen Hochseilakt auf dem Trapez, für den nochmals tosender Applaus gespendet wurde.
Jede einzelne Darbietung hatte ihren Reiz. Das Besondere aber: Die Kinder entdeckten ganz neue, individuelle Fähigkeiten an sich. Wirklich jeder konnte mitmachen – auch Elias, der im Rollstuhl sitzt. Die Kinder gewannen auf einer ganz neuen Ebene Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Eine Mutter nahm nach der Show ihr Kind in den Arm und meinte: „Dass du dich traust, solche Kunststücke auf dem Trapez zu machen, hätte ich nie geglaubt!“ Auch ein Vater zeigte sich beeindruckt: „Die Kinder haben wirklich etwas fürs Leben gelernt – dass sie viel mehr können, als sie sich oftmals zutrauen!“
Rund 230 Schüler waren unter einen Hut zu bringen. „Eine wahrhaft reife Leistung“, lobte der stellvertretende Schuldirektor Erich Menacher die beiden Zirkusleute Ivo und Maren, die in einem Vorab-Workshop Lehrer, Eltern und Oberstufenschüler als Helfer ausgebildet hatten. Die Idee für das Projekt hatte Studiendirektor Andreas Lakowski vor über einem Jahr. Diese Zeit brauchte es auch, um das Mega-Vorhaben zu stemmen. Allein die Finanzierung war ein Kraftakt. Mehrere Raublinger Firmen und speziell die Sparkassenstiftung Zukunft für den Landkreis Rosenheim ermöglichten die Durchführung des Projektes.
Insgesamt war vor allem die Schulfamilie und die Elternschaft gefordert, damit alles gut gelingen konnte. Zuvor hatten sich etwa 40 Eltern an der Schule eingefunden, um unter der fachmännischen Anleitung der Zirkusleute innerhalb von rund vier Stunden ein echtes Zirkuszelt auf dem Rasen neben dem Gymnasium aufzustellen.
Resümee aller Beteiligten: Dank des großen Engagements hatte die Schulfamilie für die Kinder ein großartiges und unvergessliches Erlebnis auf die Beine gestellt. Karin Sönmez