Aschau – Auch in Aschau ist der Wohnraum knapp. Bei der Suche nach Möglichkeiten, weiteren Wohnraum für alle zu erschließen, will die Fremdenverkehrsgemeinde versuchen, die Anzahl der Zweitwohnungen künftig durch geeignete Maßnahmen einzuschränken. Eine Satzung soll die Schaffung von nur kurzzeitig genutzten Zweitwohnungen in Zukunft erschweren oder im besten Fall sogar unmöglich machen.
Satzungsentwurf wird eingehend geprüft
Ein erster Entwurf zu dieser Satzung liegt vor und wird derzeit auf Herz und Nieren geprüft. Wann sie in Kraft treten soll, könne noch nicht vorhergesagt werden, so die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.
In Berchtesgaden und Ruhpolding wurden bereits ähnlich Schritte zur Eindämmung der Zweitwohnungen unternommen, nach Aussage der Verwaltung liegen aus diesen Kommunen aber noch keine Erfahrungswerte vor, nach denen sich Aschau ausrichten könnte.
In der Gemeinde sind derzeit rund 5800 Einwohner mit Hauptwohnsitz und rund 1200 mit Nebenwohnsitz gemeldet. Diese Anzahl erscheint dem Gemeinderat zu hoch, 20 Prozent Zweitwohnungen seien auf Dauer nicht haltbar. Zu diesen kämen ja auch noch die saisonal genutzten Ferienwohnungen dazu, sodass rund ein Viertel des vorhandenen Aschauer Wohnraumes nur unzureichend genutzt sei.
Ganzjährige Leistung für vier Wochen
Auf Dauer sei es nicht hinzunehmen, dass die Gemeinde ganzjährig Leistungen zur Verfügung stelle, die von den Eigentümern nur vier Wochen im Jahr genutzt werden.
Dauerwohnsitz wichtig für das Gemeindeleben
Der Gemeinderat war sich einig, dass sich die Zahl von Zweitwohnsitzen nicht weiter erhöhen dürfe oder sogar auf einen bedeutend geringeren Prozentanteil verringert werden müsste. „Um das Funktionieren unseres Gemeindelebens in allen Bereichen sicherstellen zu können, ist es wichtig, Bürger mit dauerhaftem Aufenthalt zu gewinnen“, so Bürgermeister Peter Solnar.
Dazu befasste sich der Gemeinderat in dieser Sitzung auch mit den Kriterien zum Ansiedlungsmodell, mit dem Ziel, Familien mit Kindern dauerhaften Wohnraum zur Verfügung stellen zu können (wir berichten gesondert).