Riedering/Raubling – Das Rosenheimer Tierheim hat Tradition: Seit 1972 hilft es Tieren in Not. Inzwischen gibt es hier circa 150 verschiedene Tiere, zum Beispiel Hunde, Katzen, Schildkröten, Hasen, Meerschweinchen, einen Wellensittich und ein Schwein. Um die Tiere kümmern sich 13 Mitarbeiter und die ehrenamtliche Vorsitzende des Tierschutzvereins, Andrea Thomas, die hauptberuflich als Lehrerin an der Rosenheimer Mädchenrealschule arbeitet.
Viele Fragen an Andrea Thomas
Andrea Thomas beantwortete geduldig die vielen Fragen der Kinder – und davon gab es allerhand. Kimberly Köberl (10) wollte wissen, wie viele Tierbabys es gibt. Prompt kam die Antwort: „Es gibt einige. Die meisten Tiere müssen im Tierheim kastriert werden. Manchmal kommen aber auch trächtige Tiere ins Tierheim.“ Niklas Ahle (12) fragte, warum nicht alle Hunde frei herumlaufen dürfen. Die Antwort: „Weil manche Hunde schon gebissen haben.“
Linus Wudy (12) interessierte sich für die Umstände, unter welchen die Tiere ins Tierheim kommen. „Viele sind gefunden oder beschlagnahmt worden, andere haben ihre Besitzer abgegeben“, lautet die Antwort.
„Warum kommen auch Hasen ins Tierheim“, fragte Quirin Engelmann (9). Die Antwort: Viele Besitzer hätten einfach nicht genug Geld, sich um die Schlappohren zu kümmern.
Rundgang
durchs Tierheim
Interessant fanden die Kinder auch, dass schwarze Tiere nicht so gut vermittelt werden können, da viele den Aberglauben haben, dass schwarze Tiere Unglück bringen.
Nach der Beantwortung der Fragen unternahmen die Kinder einen Rundgang durch das Tierheim. Die Führung begann bei dem Schwein „Rossi“. „Rossi landete fast auf dem Teller“, sagte Linus. Andrea Thomas erklärte den Kindern, dass Rossi als gewonnenes Spanferkel im Tierheim abgegeben worden ist, weil seine Besitzer ihn nicht essen wollten. Die Kinder staunten nicht schlecht über die Größe des Schweins. „Rossi ging mir fast bis zur Hüfte“, sagte Kimberly Köberl. Besonders gefiel es den Kindern, dass sie „Rossi“ mit Karotten füttern durften. „Am Anfang war es komisch. Ich hatte großen Respekt, weil es natürlich auch hätte zubeißen können“, gesteht Kimberly.
Neben dem Gehege des Schweines befinden sich die Käfige der Katzen. „Die Katzen sind auf ihren Spielhäusern rumgeklettert. Das fand ich total interessant“, sagt Quirin Engelmann. Manche Katzen machten aber auch ein Nickerchen. Linus freute sich darüber, dass die Katzen mit seinem Stift und seinem Block spielten.
Von den Katzen ging es für drei Kinder weiter zum Kleintierhaus, in dem zwei Hasen und zwei Meerschweinchen wohnen. Eines der Meerschweinchen hatte rote Augen. „Ich glaube, eines der Meerschweinchen hatte große Angst“, sagt Amalie Engelmann (7). Einer der Hasen hatte weißes Fell und auch rote Augen. „Der sah flauschig aus“, sagt Kimberly und fügt hinzu: „Der schwarze Hase sah süß aus und ich hätte ihn gern mit nach Hause genommen.“
Zu Besuch bei
den Schildkröten
Während die drei Kinder Zeit im Kleintierhaus verbrachten, ging es für den Rest der Gruppe zu den Schildkröten. Es gab Gelbwangenschildkröten, Rotwangenschildkröten und zwei geschützte Landschildkröten. Linus interessierte sich besonders für die Gelbwangenschildkröten. „Die schauen so schön aus“, sagte er.
Während Andrea Thomas etwas über die Schildkröten erzählte, kamen auf einmal zwei Hunde um die Ecke gesaust. Niklas gefiel es sehr, dass man die Hunde streicheln durfte. Der größere Hund hieß „Krümel“, die kleinere Hündin „Jenna“.
„Krümel“ war trotz seiner Größe sofort zutraulich und ein netter Hund, der Kinder gern mochte. „Ich hatte am Anfang schon Angst, am Ende habe ich ihn aber sogar gestreichelt“, sagt Cäcilia Daxlberger.
Nachdem die Kinder die Hunde gestreichelt hatten, stellten sie weitere Fragen. So fanden die Kinder beispielsweise heraus, was passiert, wenn Tiere krank sind. „Wenn Tiere schwer verletzt sind, geht es für sie in die Tierklinik. Wenn sie nur Schnupfen und Husten haben, werden die mit Medikamenten versorgt“, sagt Andrea Thomas. Der Tierarzt kommt einmal in der Woche – mindestens. Andrea Thomas erklärte den Kindern auch, dass es im Tierheim keine tollwütigen Tiere gibt.
Interessant fanden die Kinder, dass etwa genauso viele Tiere vermittelt werden, wie sie bekommen.
Begeisterung
bei den Kindern
Den Kindern gefiel der Ausflug ins Tierheim. „Mir hat am besten gefallen, dass man die Tiere füttern durfte und die Katzen streicheln konnte“, sagt Amalie. „Mir hat es total Spaß gemacht, das Schwein zu füttern“, sagt Linus. „Ich fand es cool, dass die Schildkröten überhaupt nicht scheu waren“, sagt Moritz Weber (11). „Ich fand es toll, dass die Katzen zutraulich waren“, sagt Kimberly.
Viele Wünsche
für Andrea Thomas
Bevor die sieben Kinder ihren Rundgang beendeten, gaben sie Andrea Thomas noch einige gut gemeinte Worte mit auf den Weg: „Wir wünschen Ihnen und dem Rosenheimer Tierheim viel Glück und Erfolg für den Bau des neuen Tierheims und danach hoffentlich eine schöne Zeit und dass viele Tiere vermittelt werden.“