1069 Kilometer mit dem Fendt-Bulldog

von Redaktion

Wie der Obinger Manfred Weiss mit Tempo 18 über Autobahn und Pässe zuckelt

Obing – Auf eine Reise der besonderen Art hat sich Manfred Weiss aus Obing begeben. Der seit Jahrzehnten in Obing lebende, gebürtige Steirer, erreichte seinen Heimatort Eibiswald in der südlichen Steiermark, nahe der Grenze zu Slowenien, mit einem Fendt-Bulldog mit Baujahr 1960. Eine entschleunigte Reise von insgesamt 1069 Kilometern hin und zurück im 18-Kilometer-Tempo, natürlich nicht über Autobahnen, sondern hauptsächlich über Nebenstraßen. Über vier Pässe musste er fahren, bis zu einer Höhe von 2300 Metern kam er dabei zum Gaberlpass. Die Grenze von Deutschland nach Österreich überfuhr er bei Bayrisch Gmain, von da ging es weiter zum Pass Lueg und zu den Triebener Tauern.

Polizei-Eskorte auf

der Autobahn

Schon bei der Abfahrt am Parkplatz beim „John“ verewigten sich viele Obinger Freunde per Unterschrift auf dem selbst gebauten Hütterl auf dem Anhänger und feierten das Ereignis bei Weißwürscht und Weißbier. Am Ziel angelangt in Eibiswald, wurde Manfred Weiss begeistert empfangen, auch von Bürgermeister Andreas Thürschweller. Der übergab ihm eine Fahne mit dem Ortswappen, damit er seinen Bulldog passend schmücken kann.

Doch auch unterwegs erregte Manfred Weiss mit seinem Gefährt immer wieder Aufsehen, wurde gegrüßt und eingeladen. „Lastwagenfahrer haben mich beim Überholen angehupt und mir freundlich zu gewunken. Es hat sich keiner beschwert, dass ich ihn aufhalte mit meinen 18 Stundenkilometern. Ich hab mich aber auch wirklich bemüht, immer schön rechts zu fahren. Und eine ältere Frau, die ich nach dem Weg gefragt habe, ist mit dem Radl vor mir her gefahren, bis sie sicher war, dass ich auf dem rechten Weg bin.“

Aus Versehen auf der Autobahn gelandet

Am beeindruckendsten fand Manfred Weiss, wie er aus Versehen auf der Autobahn gelandet ist, aber nicht so sehr wegen der Ängste, die er da ausgestanden hatte, sondern weil sich da Polizisten von ihrer angenehmsten Seite zeigten. Natürlich kamen sie mit Blaulicht hinter ihm her, aber sie eskortierten ihn mit Wagen vorn und hinten auf eine inoffizielle Abzweigung von der Autobahn und als sich Manfred Weiss entschuldigte und bedankte, war die Antwort: „Dafür sind wir ja da, dass wir dir helfen“.

Eigentlich hätte Manfred Weiss in seinem Hütterl auf dem Anhänger übernachten können, aber meist wurde ihm unterwegs Quartier angeboten. Und so schlief er einmal im Wohncontainer der Arbeiter an einem Steinbruch, ein anderes Mal umsonst im Hotelzimmer. Ein Gastgeber von einem Urlaubs-Bauernhof hätte ihm gern seinen alten Bulldog abgekauft, aber der wollte seinen Oldtimer wieder nach Hause bringen: „Sonst hätte ich das Gefühl gehabt, dass ich meine Sache nicht richtig zum Ende gebracht habe.“

Wie kommt man überhaupt auf die Idee zu so einer Reise? „Ich hab das vor ein paar Jahren mit einem gleichaltrigen Bekannten ausgemacht, dass wir das mal ausprobieren, wenn wir 60 werden, wie das ist, mit einem alten Bulldog so weit zu fahren. Aber wie es soweit war, wollte der nicht mehr.“

Und die Reaktion vom Mane: „Wenn ich mir was vornehme, mache ich es, dann eben alleine.“ Allerdings habe er es sich leichter vorgestellt, das gibt er zu: „Es war wirklich ein schönes Erlebnis – aber brutal anstrengend, nicht nur körperlich, sondern vor allem wegen der Konzentration, die man ständig haben muss, weil man nach Ausweichmöglichkeiten schaut, damit man den Verkehr nicht zu sehr aufhält. Noch einmal werde ich es nicht machen.“

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