Großkarolinenfeld – Man muss schon etwas genauer hinsehen, wenn man die grüne Mulde als Weiher identifizieren will. Die kleine Wasserfläche südlich des Bahnhofes mitten in Großkarolinenfeld ist völlig zugewachsen. Nur am Rand schaut noch eine kleine, trübe Pfütze heraus.
Ursprünglich hatte die einstige Tongrube eine Wasserfläche von rund 5000 Quadratmetern. Der Weiher diente der Löschwasserentnahme und wurde im Winter zum Schlittschuhlaufen und Stockschießen genutzt. Heute ist die Oberfläche fast komplett mit Wasserpflanzen zugewachsen. Lediglich am Ostufer besteht eine kleine freie Wasserfläche, die von der Feuerwehr zur Löschwasserentnahme offengehalten wird.
Weder Badeweiher noch Lebensraum
Für Freizeitzwecke kann der Weiher nicht mehr benutzt werden. Auch ein Lebensraum für Fische ist er nicht mehr. Bei zwei Einsätzen hat die Feuerwehr Großkarolinenfeld rund 150 verendete Fische aus dem Wasser geborgen.
Die Zukunft des Weihers ist völlig ungewiss. Mitte Juli fand ein Ortstermin mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Zweckverband zur Unterhaltung Gewässer III. Ordnung (GUZV) Rosenheim statt. Der Zweckverband hat auch eine Maßnahmenempfehlung mit Kostenschätzung erstellt. Bei einem weiteren Ortstermin und in der anschließenden Gemeinderatssitzung stellten sich nun die Mitglieder des Gemeinderates die Frage, wie es mit dem Weiher weitergehen soll.
Eine kurzfristige Lösung sieht vor, den Bewuchs mit einem Mähboot zu entfernen. Das würde rund 28000 Euro kosten und wäre nur von unbestimmter Dauer.
Eine langfristige Lösung wäre ein Eingriff in den Untergrund: Der Weiher müsste vom Schlamm befreit werden, detaillierte Voruntersuchungen wären nötig. Die Verwaltung rechnet hier mit Kosten im sechsstelligen Bereich. „Im Gespräch mit Bürgern habe ich erfahren, dass viele den Weiher schon gerne erhalten würden“, sagte Bürgermeister Bernd Fessler.
Das sahen die Mitglieder des Gremiums ähnlich. Daher einigte man sich zunächst darauf, den Weiher grundsätzlich zu erhalten.
Erstmal kein Geld ausgeben
Den hohen Kosten für eine langfristige Lösung dagegen standen sie skeptisch gegenüber. Und: Die Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder wollte auch für eine kurzfristige Maßnahme kein Geld ausgeben ohne zu wissen, wie es weitergeht oder wie lange das hält.
Daher sprach man sich dafür aus, dass aktuell lediglich intern in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ein Weg gefunden wird, damit die Löschwasserversorgung durch den Weiher möglich bleibt. Um eine langfristige Lösung zu finden, soll sich nun der Ortsentwicklungsausschuss intensiver mit dem Thema „Was wird aus dem Weiher?“ befassen.