Nachruf

von Redaktion

Nußdorf – Sebastian Kronast gehörte zu den Menschen, bei denen es besonders schwer fällt sich vorzustellen, dass sie einmal nicht mehr da sind. Er war sportlich aktiv bis ins hohe Alter, rührig am Ortsleben in Nußdorf beteiligt und dort ebenso bekannt wie beliebt. Und doch wurde das schwer Vorstellbare mit einem Mal Wirklichkeit: Am Donnerstag verstarb Sebastian Kronast nach kurzer, schwerer Krankheit zuhause im Kreis seiner geliebten Familie, wie er es sich gewünscht hatte. Zu dieser gehören fünf Kinder, 13 Enkel und eine Urenkelin.

Begonnen hatte Sebastian Kronasts Leben im Januar 1931 in Flintsbach, in Brannenburg wuchs er auf. In Rosenheim absolvierte er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, sein weiterer Berufsweg führte ihn zum Bekleidungsunternehmen C&A. Dort lernte er auch seine Frau Ingrid kennen, mit der er 62 Jahre verheiratet war.

Beständigkeit zeichnete Sebastian Kronast auch im Berufsleben aus: Bis zu seiner Pensionierung wechselte er den Arbeitgeber nicht mehr und gehörte dort zur Führungsspitze. Nach Jahrzehnten fernab der Heimat, von Urlaubsreisen in die Heimat abgesehen, zog er für den Ruhestand zurück ins Inntal, nach Nußdorf.

Wenn man es genau betrachtet, ist Ruhestand das falsche Wort im Zusammenhang mit dem Verstorbenen. Er genoss es, seine Zeit nach seinen Wünschen aktiv gestalten zu können. Ski- und Rennradfahren sowie Bergsteigen gehörten bis zuletzt zu seinen Hobbys.

Darüber hinaus las und schrieb er gerne, was ihn zum idealen freien Mitarbeiter für die OVB-Heimatzeitungen machte. „Sebastian Kronast war einer der gebildetsten, aufrichtigsten und dabei bescheidensten Menschen, die ich jemals kennengelernt habe“, erinnert sich Redaktionsleiter Willi Börsch.

Auch Nußdorfs Bürgermeister Sepp Oberauer denkt gerne an den Mann zurück, dessen Meinung Gewicht hatte und der hohes Ansehen genoss. Seiner Familie bleibt vor allem der Ehemann, Vater und Großvater in Erinnerung, der große Wärme und Fürsorge ausstrahlte, auf den stets Verlass war und der sein umfangreiches Wissen gerne weiter gab.

Der Tod war für Sebastian Kronast nichts, wovor man sich fürchten muss. Als tief gläubiger Mensch hatte er eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus, an keinem Kreuz fuhr er einfach gedankenlos vorbei. Nach 88 erfüllten Lebensjahren holte der Herr Sebastian Kronast zu sich.

Wer seiner gedenken möchte, kann dies bei einer Andacht in der Pfarrkirche St. Vitus in Nußdorf morgen, Donnerstag, ab 18 Uhr tun. Am Freitag, 9. August, findet ab 14 Uhr an gleicher Stelle das Requiem statt, an das sich die Beerdigung auf dem Nußdorfer Friedhof anschließt.

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