Mehrfamilienhaus statt Asylbewerber

von Redaktion

Gemeinderat Eiselfing Wohnnutzung stößt auf breite Zustimmung im Gremium

Eiselfing – Das ehemalige Gasthaus Forstner in Aham wird abgerissen, weil hier ein Mehrfamilienhaus mit sechs Mietwohnungen entstehen soll. „Dies ist angesichts des seit Jahren knappen Wohnraums in der Gemeinde Eiselfing wieder ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Lage“, freut sich Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne), als er der Wasserburger Zeitung das Projekt vorstellt.

Tante-Emma-Laden schloss im Jahr 2011

Der entsprechende Bauantrag wurde in der jüngsten Sitzung des Eiselfinger Gemeinderates behandelt und einstimmig befürwortet.

Das seit 2015 als Asylbewerberunterkunft genutzte Gebäude beherbergte früher ein Gasthaus mit Lebensmittelgeschäft: das ehemalige Gasthaus Forstner, das früher der inzwischen verstorbene ehemalige Bürgermeister von Eiselfing, Wolfgang Forstner (Amtszeit 1984 bis 2002), betrieben hatte.

An das Wirtshaus war auch ein ein klassischer Tante-Emma-Laden angegliedert. Das Gasthaus wurde 2012 geschlossen, der Laden bereits im Jahr 2011. Interessant: In den letzten Betriebsjahren musste Wolfgang Forstner jede Woche selbst zum Großmarkt nach Rosenheim fahren, um dort die Lebensmittel für sein Geschäft einzukaufen. Der Handel hatte ihn wegen der zu geringen Größe des Ladens nicht mehr beliefert, wie sein Sohn Christian Forstner berichtet.

Seit Anfang 2015 sind im bestehenden Gebäude Asylbewerber untergebracht. In Spitzenzeiten bis zu 20 Personen gleichzeitig. Aktuell wohnen immer noch Geflüchtete im Haus, allerdings deutlich weniger. Es ist vom Landkreis Rosenheim für die Unterbringung angemietet.

Ein Großteil der Männer aus Mali und dem Senegal, die hier zwei Jahre ihr Zuhause hatten, konnten aus Brandschutzgründen nicht länger hier wohnen bleiben und mussten 2017 nach Babensham in eine Container-Unterkunft ziehen (wir berichteten). Knackpunkt waren die fehlenden Fluchtwege, denn es gibt nur ein Treppenhaus. Ein paar Räume im Erdgeschoss oder welche mit Balkon durften weiterhin bewohnt werden. Künftig wird an dieser Stelle ein modernes Mehrparteienhaus mit sechs Wohnungen und dazugehörigen Garagen entstehen.

Siebenstelliger Betrag wird investiert

Die Familie Forstner möchte das Haus gemäß Bauantrag abreißen und vollständig neu errichten. Geplant ist eine energieeffiziente, ökologische Bauweise. Es sollen insgesamt sechs Mieteinheiten (jeweils etwa 90 bis 100 Quadratmeter groß) entstehen, erläutert Bürgermeister Reinthaler.

Das künftige Haus soll ganz bewusst weiter in Familienbesitz bleiben, in die Maßnahme wird ein siebenstelliger Betrag investiert, wie Reinthaler weiß. Der konkrete Zeitpunkt für den Baubeginn stehe aktuell noch nicht fest. Der Gemeinderat beauftragte in der Sitzung die Verwaltung, den Bauwerber um den Nachweis von mindestens zwei Pkw-Stellplätzen pro Wohneinheit zu bitten. „So wollen wir mögliche Probleme mit dem Durchgangsverkehr im Ort verhindern“, so Reinthaler.re/kla

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