Kleinod der Almbauern in neuem Glanz

von Redaktion

Renovierungsarbeiten an Unterbergkapelle beendet – Einweihung am 25. August

Kiefersfelden – Das „Grüß Gott und komm rein“ kommt Albert Schmidbauer von Herzen, als er die alte Holztür zur nunmehr komplett neu renovierten Unterbergkapelle öffnet. Das christliche Kleinod liegt im Gemeindegebiet Kiefersfelden auf etwa 1500 Metern Höhe und ist über verschiedene, wunderschön gelegene Wanderwege aus verschiedenen Richtungen zu erreichen.

Unterschiedliche Baujahrangaben

Das Baujahr der kleinen Kapelle datiert unterschiedlichen Aufzeichnungen zufolge auf 1815 beziehungsweise 1845, Genaueres ist aber nicht bekannt, und sie wurde wohl als Gemeinschaftsleistung der damaligen Almbauern errichtet. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Kapellenbau durch einen Lawinenabgang schwer beschädigt, „nahezu zerstört“, wie Schmidbauer berichtet, „es standen nur noch Fragmente“. Doch die außergewöhnliche Lage des Kirchleins und seine Bedeutung für die Almbauern der Region führte schon bald wieder zu einem Neuaufbau und zur schrittweisen Restaurierung, zunächst hauptsächlich mit finanzieller Unterstützung des Kieferer Portland-Zementwerkes, das der damalige Besitzer der nahe gelegenen „Sachs-Jagdhütte“ war.

Dacherneuerung

mit Glockenturm

Das Dach wurde komplett erneuert, es bekam auch einen kleinen Glockenturm, und neu gepflanzte Schutzbäume sicherten den filigranen Bau vor weiteren Lawinenabgängen. Viele freiwillige Helfer, darunter auch der Vater von Albert Schmidbauer, Hartl Schmidbauer, halfen tatkräftig mit, dass die Kapelle schon bald, zumindest von außen, wieder in neuem Glanz erstrahlte. Doch das war dem eifrigen Bergwanderer und rührigen Kirchenliebhaber Albert Schmidbauer noch nicht genug.

Nach Aufgabe seines Malerbetriebs nahm der Malermeister im Ruhestand sich der weiteren Innenrenovierung an. Schon im Herbst letzten Jahres restaurierten er und Schreinermeister Hubert Kurz Innenraum, Gestühl sowie das stark beschädigte Kreuz mit dem Korpus Christi und fassten es neu. Dazu wurden die Heilgenfiguren sowie die Wandbilder abgenommen, gereinigt, teilweise ausgebessert und wieder nach oben gebracht, wie auch die Bänke gereinigt, abgeschliffen, poliert und neu befestigt werden mussten. Dabei fand sich auch eher zufällig wieder die alte Originaltür, die, nach aufwendiger Reinigung und teilweiser Instandsetzung, wieder in die alten Scharniere eingesetzt werden konnte. Das alles bedeutete neben einigem finanziellem Aufwand auch massig Stunden Arbeit in Werkstatt und Kapelle, viele Fußmärsche zu Kirchlein und wieder zurück, wobei so mancher Höhenmeter überwunden werden musste, ehe auch der Innenraum in neuem Glanz erstrahlte.

Doch damit nicht genug: Mit Hilfe von Zimmerermeister Robert Schmid und vielen weiteren Helfern und Bergfreunden der Unterbergregion wurde die äußere Einfriedung erneuert, der Aufgang zur Kapelle mit einem massiven Holzgeländer gesichert und die Bepflanzung des Außenbereichs in Angriff genommen und zwischenzeitlich beendet. Mit dabei waren oftmals die Eheleute Irmgard und Hansjörg Kurz, die Glaserin Sabine März, Transportfahrer Stephan Kurz und viele weitere Helfer, „ohne deren außergewöhnliches Engagement die Durchführung dieses Werkes nicht möglich gewesen wäre“, so Albert Schmidbauer.

Eingangstüre quietscht leise

Jetzt ist, nach Absolvierung des Aufstieges mit ständig wechselndem Bergpanorama, der Besuch in der kleinen Unterbergkapelle wieder ein echter Höhepunkt. Ein steinerner, kurzer Aufweg vom Rundwanderweg, eingefasst in ein hölzernes Geländer, führt an frisch gepflanzten Blumenbeeten und restauriertem Gedenkstein vorbei zur Kapelle. Neben der erhaltenen Optik der alten Eingangstür gibt ein leichtes Quietschen beim Öffnen schon einen ersten Hinweis auf das tatsächliche Alter des kleinen Gotteshauses.

Der Blick, der sich dem Besucher dann bietet, ist nahezu „göttlich“. Der neu restaurierte Herrgott thront über dem erneuerten Altar, auf dem die kleinen, handgeschnitzten Heiligenfiguren und geweihten Kerzen wieder ihren angestammten Platz gefunden haben. Die Wände zieren die 14 Bilder des Kreuzwegs Christi, weitere Fotos und Traueranzeigen von Verstorbenen aus der Region und von „Wohltätern“ sind gelungen an den durch zwei Fenster erhellten weißen Wänden platziert. Vier Bänke bieten Platz zum Innehalten und Beten und als dann Albert Schmidbauer auch noch das kleine Glöckchen aus dem obigen Glockenturm zum Läuten bringt, scheint das stille Refugium christlicher Einkehr nahezu perfekt.

Für Besucher

bereits geöffnet

Am 25. August um 11.30 Uhr wird die jetzt komplett neu restaurierte Unterbergkapelle mit einer heiligen Bergmesse und mit Platz bietendem Außenaltar eingeweiht; Albert Schmidbauer freut sich schon sehr auf diesen Tag. Die Kapelle selbst ist allerdings schon lange wieder für Besucher geöffnet und nahezu täglich kommen Wanderer aus der Region oder auch Touristen hier her, um sich das christliche Kleinod, das am Fahrweg von Himmelmoos zu den Unterbergalmen liegt, genauer anzuschauen; ein Besuch, der sich immer lohnt.

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