Heimat ist dort, wo man zu Hause ist

von Redaktion

Burschenverein Eggstätt feiert 110-jähriges Bestehen mit Feldgottesdienst und Umzug

Eggstätt – Heimat, Gemeinschaft und Glaube – unter diesen drei Schlagwörtern stand der Festgottesdienst zum 110-jährigen Gründungsbestehen des katholischen Burschenvereins Eggstätt. Ein eigens für das Burschenfest gegründeter Chor der Dirndlschaft Eggstätt eröffnete die Messe mit den Zeilen „I bin do dahoam, wo Heimatliebe ist“.

Wertebewahrung

ist ein Credo

So musikalisch ging es auch gleich weiter, denn Pfarrer Andreas Przybylski griff zur Gitarre und trug seine Predigt als echtes bayrisches Gstanzl vor. Die Werte des Burschenvereins seien viel älter als 110 Jahre, auch im Neuen Testament wurden Zusammenhalt und Gemeinsinn groß geschrieben: „Auch Jesus hatte einen Burschenverein, was ihn von Euch unterschied, das war sein Heiligenschein“, dichtete der Pfarrer. Im Anschluss an den Gottesdienst wurden die Fest- und Patenbänder gesegnet und angebracht.

Erinnerung für den Ministerpräsidenten

Der ehemalige Staatsminister und Mitglied des Landtags, Dr. Marcel Huber, überreichte zusammen mit seinem Landtagskollegen Klaus Stöttner das Erinnerungsband des Schirmherren Dr. Markus Söder. „Ihr seid ein wesentlicher Bestandteil der Gemeinde – dieses Fest zeigt, wie viel in der Gemeinschaft erreicht werden kann.“, so Marcel Huber in seinen Grußworten. Gleichzeitig fand er auch mahnende Worte, denn Gemeinschaft bedeute nicht nur zusammen feiern, sondern sich auch in schwierigen Zeiten aufeinander verlassen können. Gerade die Anfangszeit des katholischen Burschenvereins in den beiden Weltkriegen habe diese Fähigkeit von den Burschen verlangt. Das Jubiläum sei damit gleichzeitig ein guter Grund dankbar dafür zu sein, dass dieses Fest in einem friedlichen Miteinander gefeiert werden kann. Die Feierlichkeiten des Burschenvereins Eggstätt klingen mit dem Kesselfleischessen am Montag, 19. August, aus. Neben einem zünftigen Gstanzlsingen mit Renate Maier und Erdäpfekraut wird im Festzelt das Festauto „Barbara“ – ein aufgemotzter VW T4 – für einen guten Zweck versteigert. Am 17. Januar anno 1909 gründete sich der Verein. Laut Chronik waren die Höhepunkte des ersten Vereinsjahres Lichtbildervorträge über die Lourdes-Reise von Pfarrer Rappolder, über eine Reise ins Heilige Land vom Hirnsberger Expositus Hugo Strasser sowie der Vortrag über die Amerikareise von August Pfaffenberger aus Meisham.

Ältester Bursch‘

ist an die 94 Jahre alt

110 Jahre, das ist eine lange Zeit, in der zwei Weltkriege liegen und in der der Verein von 19 Gründungs- und 15 außerordentlichen Mitgliedern auf mittlerweile gut 370 Mitglieder angewachsen ist. Ab 16 Jahren kann man mitmachen, der älteste Bursch‘ ist an die 94 Jahre, und wer einmal Mitglied sei, bleibe es sein Leben lang. Verbundenheit, das mag viele Vereine kennzeichnen, aber in Eggstätt, der knapp 3000 Einwohner zählenden Gemeinde am Hartsee, steht der Verein für gelebtes Miteinander.

Und so war es selbstverständlich, dass bei den Vorbereitungen für das Jubiläumsfest alle mitangepackt haben. Sei es beim Planen, beim Zusammentragen von Aufzeichnungen für die Festschrift oder beim Zeltaufbau, ein jeder hat sich auf seine Weise eingebracht.

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