Bilderbuchstürze ins Seewasser

von Redaktion

Über 700 Besucher beim Fischerstechen im Pruttinger Dorfweiher

Prutting – Alle zwei Jahre hat der Veranstaltungskalender in Prutting einen besonderen Höhepunkt: das Fischerstechen. Das ist eine Art Ritterturnier, nur dass es hier nicht darum geht, den Gegner mit der Lanze vom Pferd, sondern vom Boot und ins Wasser, sprich in den Dorfweiher, zu befördern. Diesmal war das Ereignis besonders lang herbeigesehnt, denn das Fischerstechen 2017 war witterungsbedingt ausgefallen.

Spannung an

den Biertischen

Über 700 Besucher aus Prutting und Umgebung waren zusammengekommen, saßen an Biertischen auf der gesperrten Kirchstraße und hofften auf spannende Zweikämpfe der insgesamt 13 Teams, zu denen Vereine aus Prutting und aus den Nachbardörfern gehörten.

Spannend wird es, wenn die mit Lanzen bewaffneten sogenannten Stecher von den Booten möglichst spektakulär ins Wasser fallen. Und an Bilderbuchstürzen gab es jede Menge, denn der Stecher steht auf einer Art Barhocker auf dem Boot, da ist es schon ohne Gegner nicht leicht, das Gleichgewicht zu halten. Zudem wird das Gefährt von vier Ruderern vorangetrieben, die sich mächtig ins Zeug legen, weshalb für den Stecher von einer stabilen Kampfplattform nicht wirklich die Rede sein kann. Tempo muss aber sein, denn das ist schon die halbe Miete: Bei entsprechender Geschwindigkeit muss die Lanze den Kontrahenten eigentlich nur am Oberkörper treffen, damit der „den Abflug macht“.

Ideenreiche

Kostüme

Zum Spaß trug auch dieKostümierung bei: Das Team „Die Helden in Strumpfhosen“ von der Pruttinger Faschingsgilde zum Beispiel trat als Robin-Hood-Verschnitt an, „D’Wuidschützen“ aus Leonhardspfunzen schienen mitten aus der Wilderei herausgerissen worden zu sein, es fehlte gerade noch, dass sie auch ein Stück Wildbret mit aufs Boot genommen hätten.

Dafür hatten die „Schaafschützen“ des Pruttinger Schützenvereins ein ansehnlich großes Stoff-Maskottchen dabei, das Shaun dem Schaf recht ähnlich war. Das Team „Die Nichtschwimmer“ der Landjugend dagegen war durch hübsche Schwimmflügelchen eindeutig zu identifizieren, die brauchten sie auch, denn vor Freude über einen Zwischensieg hüpften sie einmal dermaßen auf dem Kahn herum, dass sich die gesamte Mannschaft gleich selbst ins Wasser beförderte. Die Teams „Bamhamer Hüttenstecher“ und „Ajax Lattenstamm“ wiederum hatten bei einem Durchgang offenbar Probleme mit dem Steuern, weshalb sie sich in der Folge durch Rammstoß aus Versehen fast gegenseitig versenkt hätten. Ein Stunt, den die Schiedsrichter mit einem mahnend erhobenen Zeigefinger und der Aufforderung zu einem erneuten Versuch ahndeten.

Fußballherren

setzten sich durch

Alles in allem: Wie erhofft spannende Zweikämpfe, vor allem aber jede Menge Gaudi, bei der schließlich die Pruttinger Fußballherren im Team „SV 1,8 im Schacht“ das Finale für sich entscheiden konnten, die „Schaafschützen“ wurden trotz Maskottchen nur zweite.

Mit dem Spektakel auf dem Dorfweiher ist ein vernünftiges Pruttinger Fischerstechen aber natürlich noch längst nicht zu Ende, im Gegenteil: Dieser Teil ist sozusagen nur das „Vorglühen“ vor dem nachfolgenden Bierfest. Auch bei dem gab es – untermalt von der Blaskapelle – nicht nur zu Trinken, sondern auch jede Menge zu Essen – Steckerlfisch war logischerweise auch mit dabei. Zwar zog gegen 21 Uhr ein kurzes Gewitter auf, das aber nur eine Viertelstunde dauerte und den Abend nicht wirklich stören konnte. Die letzten Gäste verabschiedeten sich gegen zwei Uhr früh. Für alle Besucher aber auch für die Tischtennisabteilung des SV Prutting und Abteilungsleiter Thomas Thuspaß, die das Fest nunmehr zum achten Mal ausgerichtet hatten, war das Fest „ einfach bärig“.

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