Gemeinsam ackern fürs Bio-Gemüse

von Redaktion

Verein „Humane Landwirtschaft“ setzt sich in Frasdorf für solidarisches Arbeiten ein

Frasdorf – Wenn die Autobahn wieder einmal so richtig voll ist und sämtliche Autofahrer auf der Suche nach einer Ausweichroute durch Frasdorf fahren, fällt vielen unmittelbar am Ortseingang ein ungewöhnlicher Garten auf: Eine Schafweide vom nahen Anderl-Bauern, genutzt seit Generationen als Streuobstwiese mit alten Obstbäumen und zusätzlich seit einem halben Jahr mit Gemüsebeeten aller Art.

Supermarkt

mit frischer Luft

Beim ersten „Freiluftsupermarkt“ konnten sich die Frasdorfer und die Menschen aus der Region über das neue Gartenprojekt des Vereins „Forum Humane Landwirtschaft“ (HULA) informieren. Ganz nebenbei gab es auch noch eine Tüte frisches Gemüse mit, weil im halben Jahr seit Bestehen des Gartenbauprojekts bedeutend mehr gewachsen ist, als sich die Initiatoren ursprünglich vorgestellt hatten.

„Mangold, Kürbis, Amaranth – schönstes biologisches Gemüse wächst im ersten Themenpark der Humanen Landwirtschaft in Frasdorf auf Flach- und Hügelbeeten. Ein Tagwerk Streuobstwiese haben unsere fünf Mitglieder vor etwa sechs Monaten bepflanzt“, erzählt Erwin Kiefer vom Verein. „Unser Ziel ist, neue Mitglieder zu werben und im kommenden Jahr unsere Anbaufläche auszudehnen. Mit 30 Mitgliedern könnten wir ein Vielfaches des bisher Erreichten schaffen“. Denn die aktuell knapp 3000 Quadratmeter große Fläche ist erst der Anfang des Projekts. Im Frühjahr sollen vier Hektar bepflanzt werden. Entstehen soll ein repräsentativer und auf Dauer wirtschaftlich tragfähiger Themen- und Freizeitpark mit Schwerpunkt „Humane Landwirtschaft“.

Fachleute und Laien arbeiten zusammen

Kiefer hofft, dass die Zahl der HULA-Vereinsmitglieder in den kommenden Monaten weiter wächst. Das Initiatoren-Team des Projektes will bereits im ersten Jahr unter Beweis stellen, dass zeitgemäße, kleinstrukturierte Landwirtschaft unter Leitung und Verantwortung sowohl beruflich qualifizierter Spezialisten als auch projektbegeisterter Laien auf dem Landwirtschafts- und Gartenbausektor sehr wohl möglich und wirtschaftlich tragfähig ist.

Der Verein hat sich für die kommenden Jahre einiges vorgenommen: Kurzfristig ist seit dem Beginn der Gartensaison neben dem alten Anderl-Hof in Frasdorf ein ertragsorientierter Gemüse-Bauerngarten in unmittelbarer Nähe zum langjährig existenten Hofladen mit rund 4000 Quadratmetern Nutzfläche entstanden. Dieser erste Abschnitt wurde als „Selbsterntefeld“ im Stile eines „Freiluftsupermarktes“ für Kunden des Hofladens konzipiert. Hier sind seit März rund 500 laufende Meter Hügelbeete in unterschiedlichen Gestaltungsformen sowie maschinell bearbeitbare Flachbeete entstanden.

Die Bepflanzung mit 30 verschiedenen Gemüsesorten erfolgt weitgehend in Mischkulturformation. Dabei sind die Beete auch rund um die Obstbäume im Schatten angelegt und die Kürbisse wachsen bestens auf der Sonnenseite am Autobahndamm direkt neben dem dichten Verkehr der Autobahn München-Salzburg.

Gartenarbeit und Kosten werden von den Mitgliedern solidarisch erbracht und individuell erfasst. Die Gemüseernte wird analog der eingebrachten Leistungen unter den Mitgliedern aufgeteilt. Ernteüberschüsse stehen den Kunden des Hofladens gegen Entgelt zur Verfügung.

Mittelfristig soll eine Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) mit dem Schwerpunkt Gemüse-, Obst- und Kräuteranbau entstehen. Während bisher jedermann Überschüsse des erzeugten Gemüses im Hofladen kaufen kann, soll sich die Ernteberechtigung künftig ausschließlich auf SoLaWi-Mitglieder im geschlossenen Nutzerkreis beschränken.

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