Söchtenau/Schwabering – Hübsch, zu klein, nicht mehr zeitgemäß und direkt neben dem Kindergarten. Und nach Aussage von Kreisbrandrat Richard Schrank schlichtweg unzulässig. Die Rede ist vom aktuellen Domizil der Feuerwehr Schwabering. Daraus folgt: Diese braucht ein neues Gerätehaus. Einen Standort gibt es bereits, im Gewerbegebiet. Eine Planung gibt es auch. Schon seit fast anderthalb Jahren. Im April 2018 war diese Planung Thema im Gemeinderat.
Eine Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen und ein zweigeschossiges Funktionsgebäude mit allen geforderten Nebenräumen sollen es werden. Die Detailplanung für Belüftung und Beleuchtung fehlt laut Kommandant Markus Bergbauer noch, dann könnte es losgehen. Zumindest mit den Ausschreibungen. Allerdings fehlt die Baugenehmigung durch das Landratsamt noch.
Neubau kostet rund um 1,5 Millionen Euro
Allerdings stehen da noch die Kosten im Raum. Knapp 1,4 Millionen Euro – inklusive aller Nebenkosten – waren im Frühjahr 2018 angesetzt, dank stetig steigender Baukosten dürften es mittlerweile einige hunderttausend Euro mehr sein. Bürgermeister Sebastian Forstner geht von 1,6 Millionen Euro aus, Heizung, Lüftung, Elektrik inklusive.
Natürlich wurde im Gemeinderat die Frage laut, wie weit Eigenleistungen der Feuerwehrleute die Kosten senken könnten. Eine Diskussion, die Forstner gar nicht gefällt. „Das dürfen wir nicht in die Planung einrechnen“, findet er. Selbstverständlich gebe es etliche Handwerker bei der Feuerwehr. Die können und dürfen aber nicht alles machen, sind sich Bürgermeister und Kommandant einig. Gerade bei Heizung, Lüftung, Beleuchtung geht es aber auch um Garantiefragen. Dach oder Mauern, Farbe, die Außenanlagen, da können und wollen die Feuerwehrleute anpacken.
Sebastian Forstner muss hörbar schmunzeln, als er auf den Auslöser des Neubaus verweist. Die Feuerwehr braucht ein neues Fahrzeug. Und das ist größer als das Bisherige, geht in die alte Fahrzeughalle nicht hinein. Im Gewerbegebiet hat die Gemeinde Grund, kann weitere Flächen mit der benachbarten Baufirma tauschen. „Genug Platz für das Feuerwehrhaus, genug Stellplätze und ein kurzer Weg zum Haupteinsatzort Schwaberinger Senke“, ist Forstner zufrieden. Nur der Boden muss verdichtet werden. Nebenan steht die Vereinshalle – da gibt es keine Probleme.
Die gibt es mit dem jetzigen Nachbarn. Nicht weil man sich nicht mögen würde. Die Zwerge des Kindergartens finden ihre großen Nachbarn sicher höchst spannend und die die kleinen liab. „Es ist aber eine Gefahrenquelle. Tagsüber müssen wir schon ganz schön aufpassen“, so Bergbauer.
Feuerwehrhaus wird zum Kindergarten
Forstner ist nicht nur froh, dass die Gefahrenquelle „Feuerwehr neben Kindergarten“ ausgeschaltet wird. Mit dem Bau eines Feuerwehrhauses für die Schwaberinger Wehr wird das jetzige Haus frei – für den Kindergarten. Denn der ist voll. Fahrzeughalle, Büro, zwei kleine Anbauten und die Kellerräume, die eigentlich ein Luftschutzbunker sind – „eine ideale Erweiterungsmöglichkeit für den Kindergarten.“