Flieger erschreckt Pferd: Notoperation

von Redaktion

Zeugenaufruf Propellermaschine erzeugt Panik – Stute reißt sich Beine an Zaun auf

Griesstätt/Emmering/Vogtareuth – Ohren betäubender Lärm, verursacht von einer alten, großen und sehr tieffliegenden Propellermaschine hat auf der Weide der Pferdepension Köck in Emmering (Landkreis Ebersberg) die Tiere in Panik versetzt.

Eine Stute hat sich sehr schwer verletzt, als sie in den Stall flüchten wollte. „Sie ist so unglücklich in den Zaun gerannt, und hat sich an der Weidenzaunlitze das linke Hinterbein enorm verletzt“, berichtet Franziska Weingartner, Pferdephysiotherapeutin.

Strecksehne

ist gerissen

Das 23 Jahre alte American Quarter Horse gehört ihrer Schwester Katharina und musste in der Tierklinik Wolfesing notoperiert werden. „Für jeden Pferdebesitzer ist das der schlimmste Moment, wenn man sein Pferd so leiden sieht“, sagt die 30-Jährige, die immer noch schockiert ist.

Der Tierarzt habe mitgeteilt, dass durch den Unfall die Strecksehne gerissen sei. Das Gelenk sei Gott sei Dank nicht beschädigt. „Der Pilot ist einfach weiter geflogen. Das macht unfassbar wütend“, sagt die Tierphysiotherapeutin. Sie kritisiert die geringe Flughöhe als unverantwortlich. Die Polizei ist eingeschaltet.

Wenn der Pilot des alten Militärfliegers, das am Mittwoch, 4. September gegen 12.45 Uhr den Zwischenfall ausgelöst hat, nicht gefunden wird, fürchtet die Besitzerin, Katharina Weingartner aus Griesstätt, auf den Operationskosten sitzen zu bleiben. Bisher habe man mit zwei Wochen Klinikaufenthalt und Kosten von 5000 Euro gerechnet. Doch weil sich in dem operierten Bein so viel Wundflüssigkeit befinde, müsse die Vakuumpumpe weiter zum Einsatz kommen und „Gemi“ eine Woche länger in der Tierklinik bleiben. Die OP-Versicherung zahle die Verlängerung nicht. Das Pferd wird von Franziska Weingartner täglich physiotherapeutisch mit dem Laser und homöopathisch betreut, um die Wundheilung zu unterstützen.

Nun suchen die Schwestern via Facebook nach Zeugen, die den dunkelgrauen, sehr lauten Flieger oder besser noch seine Kennung gesehen haben. Die Maschine sei sehr tief geflogen. Zeugen aus dem Stall rannten nach draußen, weil die Propeller einen unfassbaren Lärm machten. „Sie dachten, der fliegt jetzt gleich in den Stall oder in den Strommasten.“ Mit Ach und Krach habe die Maschine gerade nach oben gezogen – und die Pferde, die Fluchttiere sind, zu Tode erschreckt. Anschließend sei das Flugzeug Richtung Rott davon geflogen. Die Facebook-Nutzer kommentieren, die Schwestern sollen sich mit der Flugaufsichtsbehörde in Verbindung setzen. Der Pilot müsste, so ein Kommentator, eine Privatpilotenlizenz besitzen, eine Untersuchung des Vorfalls müsse daher „sehr unangenehm“ sein, so dass der „sowas nicht wieder macht“.

Startete die Maschine von Salzburg aus?

Ein anderer User schreibt, „jedes einzelne Flugzeug ist registriert und auf dem Flugradar erkennbar. Jeder Flug wird mit dem Radar aufgezeichnet und kann exakt nachvollzogen werden. Es ist also möglich, genau festzustellen, welche Maschine sich um die genannte Zeit an diesem Ort aufgehalten hat“.

In Vogtareuth gibt es einen Flugplatz, an dem „viele solcher alter Maschinen stehen“, schreibt eine Frau. Ein Weiterer vermutet, der Flieger könnte aus Salzburg vom Hangar 7 gestartet sein, weil dort öfter Oldtimer dieser Art unterwegs seien. Ein anderer kommentiert, „tiefer als 150 Meter darf das Ding ja nie fliegen“. Bisher wurde der Pilot noch nicht gefunden. Zeugenhinweise an pferdephysio-weingartner@gmx.de.

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